Trinkwasser in Nordrhein-Westfalen: Wasserhärte aller Orte

Eine landesweite Wasserhärte hat Nordrhein-Westfalen nicht. In den 83 Orten dieses Verzeichnisses reicht die Gesamthärte von 2,3 bis 32,5 °dH und deckt alle drei gesetzlichen Härtebereiche ab. Die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden nach der Landesauswertung für 2020 bis auf wenige Einzelfälle eingehalten.

Der Grund für die Unterschiede liegt im Rohwasser: 41 % Grundwasser, 31 % künstliche Grundwasseranreicherung, 17 % Oberflächenwasser, 11 % Uferfiltrat — der geringste Grundwasseranteil der drei deutschen Länder in unserem Bestand.

niedrigster Wert
2,3
°dH
in diesem Verzeichnis
höchster Wert
32,5
°dH
in diesem Verzeichnis
davon weich
35
von 82 Orten
unter 8,4 °dH
davon hart
32
von 82 Orten
über 14,0 °dH

Diese vier Zahlen beschreiben die 82 Orte dieses Verzeichnisses, nicht Nordrhein-Westfalen als Ganzes. Orte, deren Versorgungszonen über eine Härtegrenze laufen, zählen in jedem Bereich, den sie berühren — deshalb ergeben weich und hart zusammen mehr als 82. Einen Landesdurchschnitt gibt es nicht: Die Härte wird je Versorgungszone bestimmt.

Was über Nordrhein-Westfalen als Ganzes bekannt ist

Kennzahlen
259 Wasserversorgungsgebiete, 1.021,6 Mio. m³ verteiltes Trinkwasser, 17,20 von 17,90 Mio. Einwohnern versorgt (2022). Rohwasser: 41 % Grundwasser, 31 % künstliche Grundwasseranreicherung, 17 % Oberflächenwasser, 11 % Uferfiltrat — geringster Grundwasseranteil der drei deutschen Länder. LANUV 2020: Nitrat Median 12,2 mg/l, Maximum 60,65, 2 von 1.375 Probenahmegebieten über 50 mg/l; Blei 2 Überschreitungen; E. coli und Enterokokken je 2 in Netzproben.
Quelle
UBA/BMG-Bericht 2020–2022 (Umwelt & Gesundheit 03/2025) + LANUK NRW, Aktuelle Trinkwasserqualität in NRW (Bezugsjahr 2020)

Alle Orte in Nordrhein-Westfalen

nach Wasserhärte sortiert

Wasserhärte in Nordrhein-Westfalen nach Ort, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Jeder Ort verlinkt auf seine vollständigen Werte.

Ort Wasserhärte °dH Härtebereich Versorgungs­zonen Versorger
Lüdenscheid 2,3–2,8 weich 2 Stadtwerke Lüdenscheid GmbH
Eschweiler 3,5–17,9 weich bis hart 4 Städtisches Wasserwerk Eschweiler GmbH
Aachen 3,7–10,3 weich bis mittel 2 STAWAG – Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG
Düren 4,1–9,2 weich bis mittel 2 Stadtwerke Düren GmbH (Netz- und Wasserbetrieb Leitungspartner GmbH)
Hagen 4,2–7,2 weich 2 Mark-E Aktiengesellschaft
Bielefeld 4,31–17,14 weich bis hart 14 Stadtwerke Bielefeld GmbH
Gummersbach 4,4 weich 1 Stadtwerke Gummersbach GmbH; Trinkwasser vom Aggerverband (Wasserwerke Auchel und Erlenhagen)
Leverkusen 4,5–7,8 weich 3 Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co. KG (EVL)
Siegen 4,5 weich 1 Siegener Versorgungsbetriebe GmbH (SVB)
Bonn 4,7–6,2 weich 3 Stadtwerke Bonn Energie und Wasser GmbH (SWB); Wasserlieferung durch den Wahnbachtalsperrenverband (WTV)
Hennef 4,7–11,8 weich bis mittel 4 Rhein-Sieg Netz GmbH (rhenag-Gruppe)
Solingen 4,7–5,6 weich 3 Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen (EBW)
Troisdorf 5,0 weich 1 Stadtwerke Troisdorf GmbH
Remscheid 5,1 weich 1 EWR GmbH (Energie und Wasser für Remscheid)
Wuppertal 5,1–11,3 weich bis mittel 4 Wasser und Abwasser Wuppertal (WAW), Eigenbetrieb der Stadt Wuppertal
Wuppertal-Elberfeld 5,1–11,3 weich bis mittel 4 Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Wuppertal (WAW)
Detmold 5,6–16,8 weich bis hart 8 Stadtwerke Detmold GmbH
Paderborn 5,68–17,1 weich bis hart 5 Wasserwerke Paderborn GmbH
Dortmund 6,5–8,2 weich 4 DEW21 (Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH), Netzbetrieb DONETZ; Wasserlieferung durch die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW)
Bergkamen 7,2–7,8 weich 2 GSW Gemeinschaftsstadtwerke Kamen·Bönen·Bergkamen
Lünen 7,2–11,3 weich bis mittel 3 Stadtwerke Lünen GmbH
Rheda-Wiedenbrück 7,2–8,0 weich 2 VGW Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH
Unna 7,2–7,8 weich 2 Stadtwerke Unna GmbH; Trinkwasser von Gelsenwasser AG aus den Wasserwerken der Wasserwerke Westfalen GmbH
Bochum 7,3–7,6 weich 2 Stadtwerke Bochum GmbH
Castrop Rauxel 7,3–11,3 weich bis mittel 2 Gelsenwasser AG; Analysen der Wasserwerke Haltern (Gelsenwasser) und Witten (Wasserwerke Westfalen GmbH)
Herne 7,3–11,3 weich bis mittel 2 GELSENWASSER AG (Wasserversorgung Herne; die Analysen werden von der Stadtwerke Herne AG veröffentlicht)
Oerlinghausen 7,3–32,5 weich bis hart 3 Stadtwerke Oerlinghausen GmbH
Velbert 7,5–7,7 weich 3 Stadtwerke Velbert GmbH
Essen 7,7 weich 1 Stadtwerke Essen AG (Aufbereitung im Verbundwasserwerk Essen der Wassergewinnung Essen GmbH)
Gelsenkirchen 7,7–11,3 weich bis mittel 2 GELSENWASSER AG
Hattingen 7,7 weich 1 Stadtwerke Hattingen GmbH
Bottrop 8,0–13,5 weich bis mittel 2 RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Lemgo 8,0–23,2 weich bis hart 1 Stadtwerke Lemgo GmbH
Mülheim an der Ruhr 8,0–8,6 weich bis mittel 2 RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Oberhausen 8,0–13,5 weich bis mittel 2 RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Ratingen 8,6–21,9 mittel bis hart 3 Stadtwerke Ratingen GmbH
Iserlohn 8,75–14,86 mittel bis hart 2 Stadtwerke Iserlohn GmbH (SauerlandWasser)
Huerth 10,1 mittel 1 Stadtwerke Hürth AöR
Viersen 10,4–11,3 mittel 2 NEW NiederrheinWasser GmbH
Coesfeld 10,8 mittel 1 Stadtwerke Coesfeld GmbH
Bornheim 11–17,0 mittel bis hart 2 StadtBetrieb Bornheim AoeR
Duisburg 11–18 mittel bis hart 4 Stadtwerke Duisburg AG
Hilden 11,0 mittel 1 Stadtwerke Hilden GmbH
Dormagen 11,2 mittel 1 evd energieversorgung dormagen gmbh
Gelsenkirchen-Buer 11,3 mittel 1 GELSENWASSER AG
Marl 11,3 mittel 1 GELSENWASSER AG
Recklinghausen 11,3 mittel 1 GELSENWASSER AG
Münster 11,4–20,0 mittel bis hart 5 Stadtwerke Münster GmbH
Mönchengladbach 11,5–15,4 mittel bis hart 6 NEW NiederrheinWasser GmbH
Dinslaken 11,8 mittel 1 Stadtwerke Dinslaken GmbH
Niederkassel 11,8 mittel 1 Stadtwerke Niederkassel GmbH
Euskirchen 12,4–20,8 mittel bis hart 6 Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal (WES)
Grevenbroich 12,4–17,36 mittel bis hart 3 NEW NiederrheinWasser GmbH
Jülich 12,4 mittel 1 Stadtwerke Jülich GmbH
Krefeld 12,4–13,6 mittel 2 NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH (SWK-Gruppe, Krefeld)
Neuss 12,4–15,36 mittel bis hart 4 Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH
Kaarst 12,43 mittel 1 Kreiswerke Grevenbroich GmbH
Korschenbroich 12,43 mittel 1 Kreiswerke Grevenbroich GmbH (Ostteil) und NEW NiederrheinWasser GmbH (Westteil)
Kamp-Lintfort 12,6 mittel 1 Stadtwerke Kamp-Lintfort GmbH
Bergisch Gladbach 12,8 mittel 1 BELKAW GmbH
Moers 13,2 mittel 1 ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH
Bocholt 13,5 mittel 1 stadtwerker GmbH (Marke BEW Bocholt; bis 2024 firmierend als Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH, Amtsgericht Coesfeld HRB 7773)
Dorsten 13,5 mittel 1 RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Wesel 13,5 mittel 1 Stadtwerke Wesel GmbH
Langenfeld 13,7–14,5 mittel bis hart 2 Stadtwerke Langenfeld GmbH
Rheine 14,0 mittel 1 Energie- und Wasserversorgung Rheine GmbH (EWR, Stadtwerke Rheine)
Erkrath 14,7–17,8 hart 2 Stadtwerke Erkrath GmbH
Bergheim 14,8 hart 1 RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH
Gütersloh 14,8–18,1 hart 3 Stadtwerke Guetersloh GmbH
Kerpen 14,8 hart 1 RWW Rheinisch-Westfaelische Wasserwerksgesellschaft mbH (seit 01.01.2026, zuvor Westnetz GmbH)
Düsseldorf 15,0 hart 1 Stadtwerke Duesseldorf AG
Ibbenbueren 15,2 hart 1 Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL), Ibbenbüren-Laggenbeck, Fuggerstraße 1
Köln 15,6–18,1 hart 2 RheinEnergie AG
Frechen 16,0–16,3 hart 2 RheinEnergie AG
Herford 16–20 hart 3 Stadtwerke Herford GmbH
Minden 16,0–25,1 hart 2 Mindener Wasser GmbH (Mindener Stadtwerke)
Bad Salzuflen 16,9–20,4 hart 4 Stadtwerke Bad Salzuflen GmbH
Brühl 17,0 hart 1 Stadtwerke Brühl GmbH
Lippstadt 17,6 hart 1 Stadtwerke Lippstadt GmbH
Greven 17,9 hart 1 Stadtwerke Greven GmbH
Köln-Nippes 18,1 hart 1 RheinEnergie AG
Bad Oeynhausen 21,6–21,8 hart 2 Stadtwerke Bad Oeynhausen AoeR
Witten 1 Stadtwerke Witten GmbH

Wo ein Ort mehrere Versorgungszonen hat, steht hier die Spanne über alle Zonen — kein Mittelwert. Welche Zone eine bestimmte Adresse versorgt, steht auf der Seite des Ortes. Die Einteilung weich / mittel / hart folgt § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes: weich unter 8,4 °dH, mittel bis 14,0 °dH, hart darüber. Einen Bereich „sehr hart" kennt das Gesetz nicht.

Aufgenommen sind die Orte, deren Versorger eine Veröffentlichung nach § 46 TrinkwV bereitstellt — ein vollständiges Verzeichnis aller Orte in Nordrhein-Westfalen ist die Liste nicht. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Schon die beiden Enden der Tabelle zeigen, worum es auf dieser Seite geht: 2,3 °dH in Lüdenscheid, 32,5 °dH in einer der drei Versorgungszonen von Oerlinghausen. Das sind keine Ausreißer und keine Messfehler, sondern zwei chemisch grundverschiedene Wässer.

Die Erklärung steckt im Untergrund und in der Art der Gewinnung. Wasser, das aus Talsperren der Mittelgebirge kommt, ist aufgefangener Niederschlag: Es fließt binnen Tagen über Hänge ab, statt jahrzehntelang durch Gestein zu sickern, und das Gestein darunter — devonischer Schiefer, Grauwacke, Sandstein — löst sich ohnehin kaum. Wasser, das im Rheinland oder in Ostwestfalen durch Kalk, Mergel und Löss zieht, nimmt Calcium und Magnesium in großen Mengen mit. Härte ist in Nordrhein-Westfalen deshalb keine Eigenschaft des Landes, sondern eine Eigenschaft des Einzugsgebiets.

Warum die Wasserhärte in Nordrhein-Westfalen so weit auseinandergeht

Die Härte folgt der Geologie, nicht der Stadtgrenze. Am weichsten ist das Wasser dort, wo Talsperren und Quellen der Mittelgebirge versorgen: Lüdenscheid mit 2,3 bis 2,8 °dH, Gummersbach mit 4,4, Siegen mit 4,5, Remscheid mit 5,1, Solingen mit 4,7 bis 5,6. Das Bergische Land, das Sauerland und der Siegener Raum liegen auf Gesteinen des Rheinischen Schiefergebirges, die dem Wasser fast nichts mitgeben.

Am anderen Ende steht der Osten. In Bad Oeynhausen liegt die Gesamthärte bei 21,6 bis 21,8 °dH, in Minden zwischen 16,0 und 25,1, in Lemgo zwischen 8,0 und 23,2, in Herford zwischen 16 und 20. Hier stehen Kalk- und Mergelsteine des Weserberglands und des Teutoburger Waldes an. Dazwischen liegt die Rheinschiene mit Werten aus Kies, Sand und Löss der Kölner Bucht und des Niederrheins: Köln 15,6 bis 18,1 °dH, Düsseldorf 15,0, Brühl 17,0, Kerpen 14,8.

Woher das Trinkwasser in Nordrhein-Westfalen kommt

Anreicherung und Uferfiltrat sind Verfahren der großen Flüsse: Flusswasser versickert über Becken oder wandert durch die Kiesschichten des Ufers, bevor es aus Brunnen gefördert und aufbereitet wird. Rhein und Ruhr liefern dafür das Rohwasser, dazu Lippe, Sieg, Stever und der Dortmund-Ems-Kanal. In den Mittelgebirgen speisen dagegen Talsperren die Netze — die Wehebachtalsperre im Aachener Raum, die Listertalsperre im Kreis Olpe, die Versetalsperre im Märkischen Kreis, die Wahnbachtalsperre im Rhein-Sieg-Kreis. Gummersbach etwa bezieht sein Trinkwasser vom Aggerverband, aus den Wasserwerken Auchel und Erlenhagen.

Wer in Nordrhein-Westfalen für das Trinkwasser zuständig ist

Für Sie als Haushalt bedeutet das vor allem eins: Die Analyse, die für Ihr Wasser gilt, veröffentlicht Ihr eigener Versorger, nicht das Land. Die Tabelle führt deshalb zu jedem Ort einzeln weiter. Umgekehrt gilt: Fehlt ein Ort in dieser Liste, heißt das nicht, dass dort etwas anders wäre — es heißt, dass dafür bislang keine Veröffentlichung vorliegt. Für Witten etwa führen wir den Versorger, aber keine Härteangabe.

Warum ein einzelner Wert für eine Stadt oft nicht reicht

Viele nordrhein-westfälische Orte haben mehr als eine Versorgungszone, und die Unterschiede darin sind größer, als man erwartet. Für Bielefeld sind 14 Zonen ausgewiesen, deren Härte von 4,31 bis 17,14 °dH reicht — vom weichen bis in den harten Bereich innerhalb einer Stadt. Detmold hat acht Zonen zwischen 5,6 und 16,8 °dH, Euskirchen sechs zwischen 12,4 und 20,8, Mönchengladbach sechs zwischen 11,5 und 15,4, Eschweiler vier zwischen 3,5 und 17,9. Wer wissen will, wie sein Wasser aussieht, braucht die Zone, nicht den Ortsnamen.

Umgekehrt wiederholen sich Werte über Stadtgrenzen hinweg. Marl, Recklinghausen und Gelsenkirchen-Buer werden von der GELSENWASSER AG versorgt und weisen jeweils 11,3 °dH aus; in Herne, Castrop-Rauxel und Gelsenkirchen taucht derselbe Wert als oberes Ende der Spanne auf. Kaarst und Korschenbroich stehen beide bei 12,43 °dH, beide über die Kreiswerke Grevenbroich. Das ist kein Zufall, sondern dasselbe Wasserwerk hinter mehreren Netzen.

Was die Landesauswertung für 2020 zeigt

Auffällige Werte sind darin die Ausnahme. Der Nitrat-Median lag bei 12,2 mg/l, der höchste gemessene Einzelwert bei 60,65 mg/l; von 1.375 Probenahmegebieten lagen 2 über dem Grenzwert von 50 mg/l. Bei Blei wurden 2 Überschreitungen dokumentiert, bei E. coli und bei Enterokokken je 2 Befunde in Netzproben. Nordrhein-Westfalen ist das einzige der drei deutschen Länder in diesem Bestand, für das eine eigene landesweite Auswertung vorliegt.

Wo die Zuständigkeit des Versorgers endet

Am Hausanschluss. Alles dahinter — Steigleitungen, Armaturen, Warmwasserspeicher, selten genutzte Stränge — liegt beim Eigentümer oder Vermieter, und dazu kann keine Analyse des Wasserwerks etwas sagen. In Nordrhein-Westfalen mit seinem großen Altbaubestand fällt dieser Teil der Strecke stärker ins Gewicht als die Frage, welchen Härtewert eine Stadt ausweist. Drei Handgriffe helfen überall im Land:

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — bis es gleichmäßig kalt nachläuft.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Dort lösen sich Metalle leichter, und Warmwasser ist der Ort, an dem sich Legionellen vermehren.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen in Altbauten eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Für genau diesen Fall ist eine Analyse sinnvoll, weil die Werte des Versorgers dazu nichts hergeben.

Was den Geschmack prägt, hängt davon ab, wo Sie wohnen: im Bergischen und im Sauerland das sehr weiche Talsperrenwasser, in Ostwestfalen und im Rheinland der Kalk aus dem Untergrund, an Rhein und Ruhr die Aufbereitung von Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser.

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Nordrhein-Westfalen bedenkenlos trinken?

Ja. Das Trinkwasser wird nach der Trinkwasserverordnung überwacht, zuständig sind die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte. In der Landesauswertung für 2020 lagen 2 von 1.375 Probenahmegebieten über dem Nitrat-Grenzwert von 50 mg/l, bei Blei gab es 2 Überschreitungen.

Der übliche Vorbehalt gilt überall im Land: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss. Was danach kommt, liegt beim Eigentümer oder Vermieter.

Gibt es einen Härtewert für ganz Nordrhein-Westfalen?

Nein, und wir rechnen auch keinen aus. Die Wasserhärte wird je Versorgungszone bestimmt; einen Landesdurchschnitt weist keine Veröffentlichung aus.

Was sich sagen lässt, ist die Spannweite: In den 83 Orten dieses Verzeichnisses reichen die Werte von 2,3 bis 32,5 °dH. Damit kommen in Nordrhein-Westfalen alle drei gesetzlichen Härtebereiche vor — weich, mittel und hart.

Wo finde ich die Wasserhärte für meinen Ort in Nordrhein-Westfalen?

In der Tabelle auf dieser Seite und auf der jeweiligen Ortsseite, die von dort verlinkt ist. Dort stehen die Zonen des Ortes, der Versorger und das Datum der Veröffentlichung.

Hat Ihr Ort mehrere Versorgungszonen, brauchen Sie zusätzlich Ihre Adresse: Welche Zone Ihr Haus versorgt, zeigt der Versorger, meist über eine Karte oder eine Abfrage nach Straße. Verlassen Sie sich nicht auf den Wert der Nachbarstadt, auch wenn sie nur wenige Kilometer entfernt liegt.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Nordrhein-Westfalen trinken?

Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, solange es die Trinkwasserverordnung erfüllt. Entscheidend sind dabei nicht die Landeszahlen, sondern die Analyse Ihrer Versorgungszone — sehen Sie dort auf Nitrat und Natrium.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Besteht Verdacht auf Bleileitungen im Haus, lassen Sie vor der Verwendung eine Probe am eigenen Hahn untersuchen.

Ist im nordrhein-westfälischen Leitungswasser Chlor?

In der Regel nicht dauerhaft. Eine Desinfektion wird angeordnet, wenn mikrobiologische Befunde es erfordern, und sie ist zeitlich befristet. In der Landesauswertung für 2020 gab es bei E. coli und bei Enterokokken je 2 Befunde in Netzproben.

Ob in Ihrem Netz gerade desinfiziert wird, meldet der Versorger, nicht diese Seite. Ein Chlorgeruch verschwindet meist, wenn das Wasser offen im Krug steht; er sagt nichts über die Menge aus, sondern nur darüber, dass die Nase dafür sehr empfindlich ist.

An wen wende ich mich bei brauner Färbung oder einer Störung?

An Ihren Wasserversorger, nicht an das Land. Die Versorger halten dafür einen Entstördienst bereit; die Nummer steht auf der Rechnung und auf der Internetseite des Unternehmens.

Braunes Wasser tritt häufig nach Arbeiten am Netz oder nach einem Rohrbruch auf und kommt von aufgewirbeltem Eisen. Lassen Sie das Wasser einige Minuten laufen. Bleibt die Färbung, melden Sie es — und waschen Sie in der Zwischenzeit keine helle Wäsche.

Warum steht mein Ort nicht in dieser Liste?

Weil uns dafür bislang keine auswertbare Veröffentlichung des Versorgers vorliegt. Die Liste bildet ab, was dokumentiert und nachprüfbar ist, nicht alle Orte des Landes — Nordrhein-Westfalen hat 259 Wasserversorgungsgebiete.

Ein fehlender Eintrag ist also eine Lücke in unserer Sammlung, keine Aussage über das Wasser vor Ort. Die aktuellen Werte bekommen Sie in solchen Fällen direkt beim Versorger; jeder ist verpflichtet, sie auf Anfrage herauszugeben.

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Zwischen 2,3 und 32,5 °dH — Kalk ist dabei nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Und welcher der beiden Werte für Sie gilt, ändert daran nichts. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was ohnehin nicht geprüft wird: Die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 Stoffe, im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende — Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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