Trinkwasser in Paderborn: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Paderborn

5,6817,1 °dH

hart · weich · 5 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Paderborn hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Wasserhärte liegt je nach Wasserwerk zwischen 5,68 und 17,1 °dH und deckt damit die Härtebereiche weich und hart ab. Kein Messwert der fünf Paderborner Versorgungszonen erreicht die Hälfte des jeweiligen Grenz- oder Indikatorwerts.

Die Wasserwerke Paderborn GmbH versorgen aus fünf Wasserwerken mit sehr unterschiedlichem Untergrund: Boker Heide liefert mit 17,1 °dH dreimal so hartes Wasser wie Lichtenau mit 5,68 °dH. Welche Zone welche Adresse beliefert, weist die Referenzanalyse nicht aus.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

17,1°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 3,1. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

hartje nach Zone

Auf der Packung die Dosierung für „hart“ nehmen — in einzelnen Zonen eine andere.

Kalk

sichtbar

In Wasserkocher, Kaffeemaschine und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Wasserwerk Diebesweg
14,4
°dH · hart
Wasserwerk in Schloss Neuhaus, zehn angeschlossene Tiefbrunnen bis rund 450 Meter Tiefe
Wasserwerk Boker Heide
17,1
°dH · hart
höchste Mineralisierung im Paderborner Netz; Versorgungsgebiet in der Quelle nicht ausgewiesen
Wasserwerk Aabach
7,71
°dH · weich
eigene Versorgungszone; die Referenzanalyse grenzt kein Versorgungsgebiet ab
Wasserwerk Hossengrund
5,86
°dH · weich
eigene Versorgungszone; Versorgungsgebiet in der Quelle nicht ausgewiesen
Wasserwerk Lichtenau
5,68
°dH · weich
weichste Zone im Paderborner Netz; Versorgungsgebiet in der Quelle nicht ausgewiesen

Die Werte auf einen Blick

8

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

6

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

5 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Paderborn nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Wasserwerke Paderborn GmbH.

ParameterWasserwerk DiebeswegWasserwerk Boker HeideWasserwerk AabachWasserwerk HossengrundWasserwerk Lichtenau Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH14,417,17,715,865,68Mineralstoff
Calciummg/l98,9117,047,731,737,1Mineralstoff
Magnesiummg/l2,513,244,646,192,11Mineralstoff
Kaliummg/l0,828,021,260,971,2Mineralstoff
Natriummg/l6,214,76,554,416,57200 7 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l12,013,06,916,019,050 38 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l23,053,032,012,022,0250 21 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l11,028,06,79,013,0250 11 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert7,647,217,887,988,016,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm4586193022372492790 22 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<2<1<5<5<510 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,01<0,01<0,01<0,01<0,012 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<1<1<1<1<110 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Wasserwerk Diebesweg, Referenzanalyse 2026 · Wasserwerk Boker Heide, Referenzanalyse 2026 · Wasserwerk Aabach, Referenzanalyse 2026 · Wasserwerk Hossengrund, Referenzanalyse 2026 · Wasserwerk Lichtenau, Referenzanalyse 2026

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Die Referenzanalyse ist nur mit dem Jahr 2026 datiert, ein genaues Probenahmedatum nennt sie nicht; alle fünf Zonenwerte stammen aus diesem einen Dokument.

Nickel und Arsen weist die Referenzanalyse nicht aus – zu diesen beiden Stoffen lässt sich aus der Quelle nichts sagen.

Zwischen 5,68 und 17,1 °dH — Kalk ist dabei nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Und welcher der beiden Werte für Sie gilt, ändert daran nichts. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 13 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Die Paderquellen im Stadtzentrum sind kein Zufall, und sie erklären das Leitungswasser gleich mit. Die Paderborner Hochfläche besteht aus Kalkstein der Oberkreide, und dieser Kalkstein ist verkarstet: Regen versickert in Klüften, läuft unterirdisch weiter und tritt dort wieder aus, wo unter dem Kalk eine wasserstauende Mergelschicht ansteht. Auf diesem Weg löst das Wasser Calciumcarbonat — und genau das steht in der Analyse. Das Wasserwerk Diebesweg liefert 98,9 mg/l Calcium, aber nur 2,51 mg/l Magnesium. Ein Verhältnis von rund 40 zu 1 ist die Handschrift eines fast reinen Kalksteins. Dolomit brächte mehr Magnesium mit, Gips mehr Sulfat.

Fünf Wasserwerke, 5,68 bis 17,1 °dH

Paderborn trifft zwei der drei Stufen — drei Zonen sind weich, zwei sind hart —, und ausgerechnet die mittlere Stufe kommt im Netz der Stadt gar nicht vor.

Woher der Sprung kommt, zeigt der Vergleich der Mineralien. Boker Heide und Diebesweg tragen die Kalksignatur: 117 und 98,9 mg/l Calcium, elektrische Leitfähigkeit 619 und 458 µS/cm. Lichtenau und Hossengrund liegen bei 37,1 und 31,7 mg/l Calcium und bei 249 beziehungsweise 237 µS/cm — das ist Wasser aus einem Untergrund, der kaum Kalk abgibt. Aabach steht mit 47,7 mg/l Calcium dazwischen, hat aber mit 4,64 mg/l das zweithöchste Magnesium der fünf Zonen und mit 6,9 mg/l das niedrigste Nitrat.

Boker Heide fällt noch in einer zweiten Hinsicht auf: 8,02 mg/l Kalium, 14,7 mg/l Natrium, 28 mg/l Chlorid und 53 mg/l Sulfat sind jeweils die höchsten Werte im Paderborner Netz, beim Kalium fast das Zehnfache dessen, was Diebesweg führt. Alle vier Stoffe bleiben weit unter ihren Grenz- und Indikatorwerten. Sie zeigen aber, dass dieses Grundwasser aus einem anderen Einzugsgebiet stammt als das der Hochfläche.

Welcher Stadtteil aus welchem Wasserwerk versorgt wird, lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht belegen. Die Referenzanalyse führt die fünf Zonen nebeneinander auf, ohne Versorgungsgebiete abzugrenzen. Belegt ist allein das Wasserwerk Diebesweg in Schloss Neuhaus. Wer seine Zone sicher wissen will, fragt beim Versorger nach — die Rubrik dort heißt „Analyse und Gebiete“.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Paderborn auf Rang 79 — härter als 66 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Paderborn · 17,1 °dH

Nitrat ist mit 38 % des Grenzwerts der höchste Wert

Dass nichts auffällt, macht die Zahlen nicht überflüssig. Nitrat ist der Parameter, an dem sich die Landnutzung im Einzugsgebiet ablesen lässt, und die Spanne von 6,9 bis 19 mg/l sagt, dass die fünf Einzugsgebiete unterschiedlich stark beansprucht werden.

Woher das Paderborner Trinkwasser kommt

Das größte Standbein ist das Wasserwerk Diebesweg in Schloss Neuhaus. Ihm sind zehn Tiefbrunnen angeschlossen, die Wasser aus bis zu 450 Metern Tiefe fördern. Um die Brunnenanlagen und um das Wasserwerk herum liegen Wasserschutzzonen der Kategorien I bis III; ausgewiesene Wasserschutzgebiete legen zusätzlich Ge- und Verbote fest.

Ungewöhnlich ist, was 1991 im Kreis Paderborn begonnen wurde: eine Kooperation zwischen den Wasserversorgern und den Landwirten der Region. Gedacht war sie als Übergangslösung. Heute sind mehr als 75 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen einbezogen, und im Sommer 2020 haben die Beteiligten sie um weitere fünf Jahre verlängert. Vor diesem Hintergrund sind die Nitratwerte oben zu lesen: Sie sind kein Naturzustand, sondern auch das Ergebnis von Absprachen über Düngung und Anbau.

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Was 5,68 bis 17,1 °dH im Haushalt bedeuten

Die Verantwortung des Wasserversorgers endet am Hausanschluss. Alles danach — Steigleitungen, Armaturen, selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht — liegt beim Eigentümer oder Vermieter. Dazu kann keine Analyse des Wasserwerks etwas sagen, so gut sie auch ist.

Drei Handgriffe sind konkret:

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — so lange, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das ist der einfachste Eingriff überhaupt und kostet nichts außer ein paar Sekunden.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen. In der Warmwasserleitung lösen sich Metalle leichter, und dort finden Legionellen die Temperaturen, bei denen sie sich vermehren.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen — in Paderborner Altbauten nicht auszuschließen — eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Für diesen einen Fall ist eine Analyse sinnvoll, weil die Werte des Versorgers nur bis zur Übergabestelle gelten.

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Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Paderborn bedenkenlos trinken?

Ja. Alle 43 Parameter, die die Referenzanalyse der Wasserwerke Paderborn ausweist, halten die Vorgaben der Trinkwasserverordnung ein, und keiner davon erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Der übliche Vorbehalt gilt in Paderborn wie überall: Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Was danach in der eigenen Installation geschieht, steht in keiner Analyse des Wasserwerks. Wasser, das länger in der Leitung stand, lässt man vor der Entnahme kurz ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Paderborn?

Zwischen 5,68 und 17,1 °dH, je nach Wasserwerk: Lichtenau 5,68, Hossengrund 5,86, Aabach 7,71, Diebesweg 14,4 und Boker Heide 17,1. Drei Zonen fallen damit in den Härtebereich weich, zwei in den Bereich hart.

Einen einzelnen Härtewert für die ganze Stadt gibt es nicht, und ein Durchschnitt über die fünf Zonen wäre für den Haushalt wertlos. Maßgeblich ist der Wert des Wasserwerks, das die eigene Adresse beliefert.

Ist das Wasser in allen Paderborner Stadtteilen gleich?

Nein. Zwischen der weichsten und der härtesten Zone liegt der Faktor drei — 5,68 gegenüber 17,1 °dH. Das ist mehr Unterschied, als viele Städte zwischen ihrem Netz und dem Nachbarort haben.

Praktisch heißt das: Ein Bekannter aus einem anderen Teil des Versorgungsgebiets kann eine andere Waschmitteldosierung und einen anderen Entkalkungsrhythmus brauchen als Sie. Ratschläge, die sich auf „das Paderborner Wasser“ berufen, treffen deshalb oft nicht zu.

Woher kommt das Trinkwasser in Paderborn?

Aus fünf Wasserwerken: Diebesweg, Aabach, Boker Heide, Hossengrund und Lichtenau. Das größte ist Diebesweg in Schloss Neuhaus, dem zehn Tiefbrunnen angeschlossen sind, die Wasser aus bis zu 450 Metern Tiefe fördern.

Für die vier übrigen Werke nennt die Referenzanalyse weder Gewinnungsart noch Einzugsgebiet. Dass ihre Werte so weit auseinanderliegen, spricht für verschiedene Grundwasserleiter. Proben werden zusätzlich an Bezugsübergabestellen gezogen — Paderborn deckt seinen Bedarf also nicht ausschließlich aus eigener Förderung.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Paderborn trinken?

Ja. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt, und das tut es in allen fünf Paderborner Zonen. Der Nitratwert liegt zwischen 6,9 und 19 mg/l bei einem Grenzwert von 50 mg/l.

Worauf es ankommt, betrifft nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: das Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Paderborner Trinkwasser Chlor?

Die Referenzanalyse weist keinen Chlorwert aus. In Deutschland wird Trinkwasser nur desinfiziert, wenn es nötig ist, meist vorübergehend nach Rohrbrüchen, Bauarbeiten oder einem mikrobiologischen Befund.

Riecht Wasser nach Schwimmbad, ist das der übliche Anlass. Ob gerade desinfiziert wird, steht beim Versorger und beim Gesundheitsamt und nicht auf dieser Seite. Freies Chlor bindet Aktivkohle; auch ein offenes Glas, das eine halbe Stunde steht, verliert einen Teil davon.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Paderborn?

An die Störungsannahme, die für die Wasserwerke Paderborn über die Rufnummer 0800 411 22 44 der Westnetz GmbH läuft. Sie ist zuständig für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.

Alles hinter dem Hausanschluss — trübes Wasser nur an einem Hahn, Druckverlust in einer einzelnen Wohnung, Geruch aus der Warmwasserleitung — fällt dagegen an den Eigentümer oder die Hausverwaltung. Ein Anruf klärt im Zweifel, auf welcher Seite der Übergabestelle das Problem liegt.