Frau in schwarzer Bluse betrachtet stirnrunzelnd und skeptisch ein Glas Wasser in ihrer Hand

Wasserfilter - Häufige Kritik und Vorurteile

Wasserfilter sind laut Veröffentlichung vieler namhafter Zeitungen und Organen kritisch zu sehen oder sogar gänzlich überflüssig. Was genau mit dieser Aussage gemeint ist und warum diese Sicht zu einseitig ist zeigt dieser Artikel. Ferner wird die Frage behandelt ob Wasserfilter Keimschleudern sind und worauf Sie besonders achten sollten.

Wasserfilter sind laut Veröffentlichung vieler namhafter Zeitungen und Organen kritisch zu sehen oder sogar gänzlich überflüssig. Was genau mit dieser Aussage gemeint ist und warum diese Sicht zu einseitig ist zeigt dieser Artikel. Ferner wird die Frage behandelt ob Wasserfilter Keimschleudern sind und worauf Sie besonders achten sollten.

Wasserfilter Kritikpunkte

Uns ist Transparenz und Diskurs wichtig, daher möchten wir auch geläufige Kritikpunkte thematisieren.

"Wasserfilter sind nutzlos, da das deutsche Trinkwasser von einwandfreier Qualität ist."

Diese Aussage wird leider ohne Reflektion viel zu oft wie ein religiöses Mantra heruntergebetet, dabei gibt es klare Einwände warum Kranwasser nicht optimales Trinkwasser sein kann, die durchaus diskutiert werden sollten. Gute Gründe dafür warum man das eigene Leitungswasser filtern sollte gibt es genügend.

"Wasserfilter sind wenig effizient und gefährliche Keimschleudern."

Dieser zweite Punkt hängt mit einer falschen Pauschalisierung zusammen. Insbesondere mit dem Bild das ein Wasserfilter immer ein Tischkannenfilter sein soll. Das diese keine leistungsstarken Filtersysteme sein können, haben wir bereits erwähnt.

Was sagen Stiftung Warentest oder ÖKO-TEST?

Zu diesem einseitigen Bild tragen ebenfalls die Veröffentlichungen der beiden großen Verbraucherinstitute in Deutschland bei:

Der letzte Wasserfilter-Test der Stiftung Warentest stammt aus Juni 2022. Dabei wurden acht Tischkannenfilter geprüft. Gut abgeschnitten hat aber kein Modell, von befriedigend bis mangelhaft war alles dabei. Auch im Vorgänger-Test von 2015 waren die Erkenntnisse dieselben.

Das überrascht nicht, denn die getestete Filtertechnologie ist schon lange, wie weiter oben ausgeführt, als ungenügend bekannt. Auch die weiteren Ausführungen zur Sinnhaftigkeit von Trinkwasserfilter finden wir daher aufgrund der bereits aufgeführten Gründe als unpassend.

Auch die Experten des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST sind in ihrem letzten Bericht aus Februar 2021 ebenfalls nicht von den ausschließlich getesteten Tischfilter überzeugt und halten diese für unnötig.

Verbraucherzentralen raten ebenfalls von Wasserfilter ab

Dieselbe Argumentation wird von den Verbrauchenzentralen aufgegriffen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband führt auf seiner Webseite verbraucherzentrale.de einen Faktencheck zu Wasserfilter und den Behauptungen der Hersteller auf. Leider werden darin gar keine Fakten und Beweise aufgeführt. Wir haben ein paar Punkte mal gegenübergestellt:

Auch zu einzelnen Filterverfahren nahm die Verbraucherzentrale Stellung. So auch zu Aktivkohlefilter:

Auch zu einzelnen Filterverfahren nahm die Verbraucherzentrale Stellung. So auch zu Aktivkohlefilter:

Das deutsche Leitungswasser ist sicherlich im weltweiten Vergleich von sehr guter Qualität, aber genauso gut lassen sich eindeutige Einschränkungen anbringen. Daher halten wir es für nicht gerechtfertigt, Wasserfilter so einseitig als nutzlos abzustempeln. Wasser ist ein wichtiges Lebensmittel und ein elementarer Baustein für unseren Organismus. Wer hohe Qualität möchte, sollte sich selbst darum kümmern dürfen.

Viel mehr sollte man deutlicher thematisieren, dass es sich bei Kannenfilter eher um “technisch sehr eingeschränkte Geräte” und nicht um professionelle Leitungswasserfilter handelt.

Den Glaubenssatz, dass ein Wasserfilter immer automatisch ein Tischfilter ist, gilt es zu ändern. So könnte vermieden werden, dass nahezu sämtliche namhaften Magazine diesen unreflektierten Tenor aufgreifen und weiterverbreiten.

Problematisch: Unseriöse Verkaufspraktiken und Panikmache

Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl und so manche Hersteller nutzen für den Vertrieb ausschließlich Multi-Level-Marketing (Schneeballsysteme). Hierbei werden nur oberflächlich geschulte Vertriebsmitarbeiter in ganze Ortschaften geschickt. Dort wird dann jedes Haus besucht und mittels fragwürdiger Methoden die Wasserqualität gemessen (z.B. einem TDS-Messgerät zur Bestimmung des Leitwerts). Natürlich soll das Ergebnis negativ überraschen, um den heiligen Gral (das eigene exklusive Produkt) für teures Geld zu verkaufen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Umkehrosmosefilter.

Tipp:

Informieren Sie sich über den jeweiligen Anbieter, bevor Sie einen Kaufvertrag abschließen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und nutzen Sie das Internet, Frage-Antwort-Foren und kritische Berichterstattungen bieten gute Anhaltspunkte.

Die eigenen Webseiten der Anbieter enthalten oftmals wenig transparente Produktinformationen und nutzen gerne prominente Gesichter als Werbebotschafter. Alles um den hohen Kaufpreis zu rechtfertigen.

In der Realität gehen bei derartigen Strukturvertrieben bis zu 70% des Kaufpreises direkt an der Verkäufer. Teure Wartungsverträge komplettieren das Rundum-Sorglos-Paket. Daher wird um den Kaufpreis als Teil der Marketingstrategie auch oft ein Geheimnis gemacht.

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die eigentliche Filtertechnik ebenfalls nur aus gewöhnlichen Bauteilen besteht und die aufgerufenen Mondpreise von mehreren Tausend Euro nicht gerechtfertigt sind. Selbst wenn es 10 oder mehr Filterstufen sein sollten.

Zweifelsohne führen auch solche Methoden zu einer schlechten Wahrnehmung von Wasserfilter im Allgemeinen und stärken das Narrativ, diese seien überflüssig.

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor

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