Trinkwasser in Lippstadt: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Lippstadt

17,6 °dH

hart

Das Trinkwasser in Lippstadt hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Mit 17,6 °dH fällt das Lippstädter Leitungswasser in den Härtebereich hart, der nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz bei 14,0 °dH beginnt. Kein untersuchter Wert erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Auffällig ist die Zusammensetzung der Härte: 117 mg/l Calcium stehen nur 5,5 mg/l Magnesium gegenüber. Der zugrunde liegende Prüfbericht vom 2. Dezember 2025 umfasst 18 Parameter.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

17,6°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 3,1.

Waschmittel

hart

Auf der Packung die Dosierung für „hart“ nehmen.

Kalk

sichtbar

In Wasserkocher, Kaffeemaschine und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Wasserwerk Lipperbruch, Pumpenhaus
17,6
°dH · hart
Versorgungsgebiet Lippstadt; das Wasserwerk Lipperbruch ist das einzige in den Analysen ausgewiesene Wasserwerk

Die Werte auf einen Blick

3

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

11

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Lippstadt nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Lippstadt GmbH.

ParameterWasserwerk Lipperbruch, Pumpenhaus Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH17,6Mineralstoff
Calciummg/l117Mineralstoff
Magnesiummg/l5,5Mineralstoff
Nitratmg/l3,650 7 % des Grenzwerts
pH-Wert7,286,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm7672790 27 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Uranµg/l1,410 14 % des Grenzwerts

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Wasserwerk Lipperbruch, Pumpenhaus, Prüfbericht Probenahme 02.12.2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

17,6 °dH sind Kalk — und Kalk ist nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 7 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Das erklärt auch, warum das Wasser so schmeckt und sich so verhält, wie es das tut. Lippstadt bezieht ausschließlich Grundwasser, kein Talsperren- oder Flusswasser, und dieses Grundwasser hat auf seinem Weg durch den Untergrund vor allem eines aufgenommen: Calcium. Das ist ein ungewöhnlich einseitiges Verhältnis und der eigentliche Fingerabdruck des Lippstädter Wassers.

Wie hart ist das Wasser in Lippstadt?

Die im Netz kursierende Einteilung mit einer vierten Stufe „sehr hart“ ab 21,3 °dH steht in keinem Gesetz, und ältere Angaben von rund 20 °dH für Lippstadt sind Mischwerte über mehrere Wasserwerke, keine Messung.

Für die Praxis heißt das: Der Kalk, den Sie im Wasserkocher sehen, ist hier fast reiner Kalk im Wortsinn — Calciumcarbonat.

Dazu passt ein Wert, der in keiner Tabelle Platz hat: Die Calcitlösekapazität des Lippstädter Wassers liegt bei −7,9 mg/l, also im negativen Bereich. Das Wasser kann keinen Kalk mehr lösen, es gibt im Gegenteil welchen ab. Für Beton- und Metallleitungen ist das günstig, weil ein solches Wasser nicht angreifend wirkt. Für Wasserkocher, Spülmaschine und Duschkopf ist es die Erklärung für die Ablagerungen, und ein Grund, beim regelmäßigen Entkalken der Geräte nicht zu lange zu warten.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Lippstadt auf Rang 69 — härter als 71 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Lippstadt · 17,6 °dH

Leitfähigkeit ist mit 27 % des Indikatorwerts der höchste Wert

Das ist der Befund, und er lautet in Lippstadt tatsächlich: unauffällig.

Langweilig ist das nicht, jedenfalls nicht beim Nitrat. Rund um Lippstadt wird seit Jahrzehnten intensiv Landwirtschaft betrieben, mit entsprechendem Einsatz stickstoffhaltiger Dünger, und die Böden der Hellwegbörde geben davon bei starken Regenfällen etwas an das Grundwasser ab. Dass am Ende 3,6 mg/l aus der Leitung kommen, ist deshalb kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis von Gewinnung, Schutzgebiet und Aufbereitung. Zum Vergleich: Die landesweite Auswertung der nordrhein-westfälischen Trinkwasserdaten weist für das Bezugsjahr 2020 einen Nitrat-Median von 12,2 mg/l aus. Lippstadt liegt bei weniger als einem Drittel davon.

Ein zweiter Punkt gehört zur Ehrlichkeit dazu. Der Prüfbericht vom 2. Dezember 2025 umfasst 18 Parameter. Sulfat, Chlorid, Natrium, Kalium, Blei, Kupfer, Nickel, Arsen, Fluorid und Nitrit sind darin nicht bestimmt, ebenso wenig PFAS oder Pestizide. „Unauffällig“ beschreibt also das, was gemessen wurde, und nicht alles, was es zu messen gäbe.

Woher das Lippstädter Trinkwasser kommt

Es kommt aus vier eigenen Wasserwerken: Eikeloh, Lipperbruch und Fichten, seit 2010 ergänzt um Mantinghausen. Betreiber sind die Stadtwerke Lippstadt. Gefördert wird ausschließlich Grundwasser, das im Wasserwerk aufbereitet wird — mit geringen Mengen Aluminiumsulfat, Silikaten und Phosphaten — und anschließend mit Chlordioxid desinfiziert wird. Vom Flockungsmittel bleibt messbar wenig übrig: Der Bericht weist Aluminium mit 0,019 mg/l aus, bei einem Grenzwert von 0,2 mg/l.

Veröffentlicht ist die Analyse allerdings nur für ein Werk. In den Trinkwasseranalysen der Stadtwerke ist das Wasserwerk Lipperbruch das einzige ausgewiesene, und dessen Prüfbericht liegt dieser Seite zugrunde. Für die anderen drei Werke lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nichts sagen — weder, dass die Werte gleich sind, noch, dass sie abweichen. Wer wissen will, welches Werk die eigene Adresse versorgt, fragt das am besten direkt bei den Stadtwerken.

Was die Herkunft für die Härte bedeutet, zeigt der Blick nach Westen. Hamm, Unna und Bergkamen beziehen ihr Wasser aus den Wasserwerken im Ruhrtal und liegen bei 7 bis 8 °dH — weniger als die Hälfte des Lippstädter Werts. Wie stark der Weg des Wassers seine Zusammensetzung bestimmt, lässt sich an diesem Gefälle über 35 Kilometer gut ablesen; wir haben es im Überblick zur Trinkwassergewinnung genauer aufgeschrieben.

Passend zu diesen Werten

Weiterlesen

Was 17,6 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der Stadtwerke endet am Hausanschluss. Alles danach — Steigleitungen, Armaturen, Warmwasserspeicher — gehört dem Eigentümer, und darüber sagt keine Analyse des Wasserwerks etwas aus. Drei Handgriffe sind deshalb sinnvoll, unabhängig davon, wie gut die Werte am Werksausgang sind:

  • Ablaufen lassen, wenn das Wasser länger in der Leitung stand — bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das kostet nichts und wirkt mehr als jede Maßnahme am Hahn.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Warmes Wasser löst Metalle leichter aus der Installation, und im Warmwasserbereich vermehren sich Keime, die im Kaltwassernetz keine Rolle spielen.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen in einem Altbau eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Blei ist im Lippstädter Prüfbericht nicht bestimmt, und selbst wenn es das wäre, sagte der Wert am Wasserwerk nichts über alte Leitungen im eigenen Haus aus. Für genau diesen Fall ist eine eigene Probe das richtige Mittel.

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  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Lippstadt bedenkenlos trinken?

Ja. Im Prüfbericht des Wasserwerks Lipperbruch erreicht kein untersuchter Wert die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts: Nitrat 3,6 mg/l von 50, Uran 1,4 µg/l von 10, Leitfähigkeit 767 µS/cm von 2790.

Der übliche Vorbehalt gilt in Lippstadt wie überall: Die Verantwortung der Stadtwerke endet am Hausanschluss, danach zählt der Zustand der eigenen Installation. Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, kurz ablaufen lassen.

Wie hart ist das Wasser in Lippstadt?

17,6 °dH — das ist der Härtebereich hart, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz ab 14,0 °dH definiert. Für Waschmaschine und Geschirrspüler gilt damit im gesamten dokumentierten Versorgungsgebiet dieselbe Dosierstufe.

Ältere Angaben nennen für Lippstadt rund 20 °dH. Das war ein Mittelwert über mehrere Wasserwerke, keine Messung. Der hier genannte Wert stammt aus dem Prüfbericht zur Probenahme vom 2. Dezember 2025.

Warum enthält das Lippstädter Wasser so wenig Magnesium?

Weil der Untergrund, aus dem gefördert wird, vor allem Calcium abgibt. 117 mg/l Calcium stehen 5,5 mg/l Magnesium gegenüber, ein Verhältnis von gut zwanzig zu eins. In vielen anderen Versorgungsgebieten liegt Magnesium bei 20 bis 50 mg/l.

Für die Härte macht das kaum einen Unterschied, weil Calcium ohnehin den größeren Anteil stellt. Als Mineralstoffquelle fällt Lippstädter Leitungswasser beim Magnesium dagegen aus — beim Calcium deckt ein Liter einen ordentlichen Teil des Tagesbedarfs.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Lippstadt trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt. In Lippstadt ist das der Fall, und der Nitratwert von 3,6 mg/l liegt sehr deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l — für Säuglinge ist gerade Nitrat der Parameter, auf den es ankommt.

Zwei Punkte betreffen die Wohnung, nicht das Wasserwerk: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Die Härte spielt für Babynahrung keine Rolle.

Woher kommt das Trinkwasser in Lippstadt?

Aus vier eigenen Wasserwerken der Stadtwerke Lippstadt: Eikeloh, Lipperbruch und Fichten, seit 2010 ergänzt um Mantinghausen. Gefördert wird ausschließlich Grundwasser, kein Oberflächenwasser aus der Lippe.

Das Wasserwerk Lipperbruch liegt im weiträumigen Wasserschutzgebiet im Nordosten des Stadtgebiets, das auch Lipperode umfasst. Veröffentlicht ist eine Analyse nur für dieses eine Werk — die Zahlen auf dieser Seite stammen aus dessen Prüfbericht.

Ist im Lippstädter Trinkwasser Chlor?

Das Wasser wird mit Chlordioxid desinfiziert. Das ist ein anderer Stoff als das Chlor im Schwimmbad, wird deutlich geringer dosiert und dient dazu, das Wasser auf dem Weg durch das Rohrnetz keimfrei zu halten.

Wahrnehmbar ist es allenfalls als leichter Nebengeschmack, und der verschwindet meist, wenn man das Wasser offen im Krug stehen lässt. Ein Aktivkohlefilter greift ebenfalls an dieser Stelle an, weil Aktivkohle Desinfektionsnebenprodukte und geschmacksrelevante organische Verbindungen bindet.

Ist das Wasser in allen Lippstädter Stadtteilen gleich?

Das lässt sich aus den veröffentlichten Unterlagen nicht beantworten. Die Stadtwerke betreiben vier Wasserwerke, eine Analyse ist aber nur für das Wasserwerk Lipperbruch abrufbar.

Unterschiede zwischen einzelnen Wasserwerken sind normal — sie liegen meist im Bereich weniger Grad deutscher Härte und ändern selten den Härtebereich. Wer den Wert für die eigene Adresse genau braucht, etwa für eine Enthärtungsanlage, fragt am besten direkt bei den Stadtwerken nach, welches Werk das Wohngebiet versorgt.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Lippstadt?

An die Störungsannahme der Stadtwerke Lippstadt unter 02941 2829-30. Zuständig ist sie für den Entstördienst Trinkwasser, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.

Bei braunem oder trübem Wasser nach Bauarbeiten im Netz hilft oft schon, den Kaltwasserhahn einige Minuten laufen zu lassen. Bleibt die Verfärbung, gehört sie gemeldet. Ein amtliches Abkochgebot spricht nicht der Versorger aus, sondern das Gesundheitsamt des Kreises Soest.