Trinkwasser in Kamp-Lintfort: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Kamp-Lintfort

12,6 °dH

mittel

Das Trinkwasser in Kamp-Lintfort hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Gesamthärte liegt bei 12,6 °dH und damit im Härtebereich mittel, der von 8,4 bis 14,0 °dH reicht. Kein veröffentlichter Messwert erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Kamp-Lintfort hat eine Versorgungszone.

Kamp-Lintfort gewinnt kein eigenes Grundwasser: Das Wasser stammt vollständig vom Wasserverbund Niederrhein aus dem Binsheimer Feld und wird im Wasserwerk Moers-Gerdt aufbereitet. Von dort stammen auch die veröffentlichten Analysewerte mit Stand Januar 2026.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

12,6°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 2,3.

Waschmittel

mittel

Auf der Packung die Dosierung für „mittel“ nehmen.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Stadtgebiet Kamp-Lintfort
12,6
°dH · mittel
gesamtes Stadtgebiet; vollständiger Fremdbezug von der Wasserverbund Niederrhein GmbH, Probenahme im Wasserwerk Moers-Gerdt

Die Werte auf einen Blick

5

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

9

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Kamp-Lintfort nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Kamp-Lintfort GmbH.

ParameterStadtgebiet Kamp-Lintfort Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH12,6Mineralstoff
Calciummg/l72,7Mineralstoff
Magnesiummg/l10,4Mineralstoff
Kaliummg/l3,63Mineralstoff
Natriummg/l28,8200 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l9,650 19 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,020,5 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l52,8250 21 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l0,121,5 8 % des Grenzwerts
pH-Wert7,446,5–9,5 im Bereich

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Stadtgebiet Kamp-Lintfort, Wasseranalyse Stand Januar 2026

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Die Auszugstabelle der Stadtwerke nennt zusätzlich vier Parameter, die hier nicht in der Tabelle stehen: Aluminium unter 0,01 mg/l, Ammonium unter 0,02 mg/l, Eisen unter 0,01 mg/l und Mangan unter 0,01 mg/l.

Die Werte sind in Ordnung — sie beschreiben nur nicht Ihr Glas

Sie gelten für das Wasser, das die Stadtwerke Kamp-Lintfort bis zum Hausanschluss liefert. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 10 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Unter der Stadt liegt das, was den ganzen Niederrhein ausmacht: mächtige Kies- und Sandschichten, vom Rhein über Jahrtausende abgelagert. Diese Schichten wirken wie ein Filter, durch den das Niederschlagswasser nach unten sickert, und sie geben dabei deutlich weniger Calcium ab als der Kalkstein anderer Regionen. Deshalb ist das Wasser am Niederrhein weder besonders weich noch besonders hart.

Über zwei Millionen Kubikmeter fließen so jedes Jahr ins Stadtgebiet, werden dort in Behältern von 6.000 Kubikmetern zwischengespeichert und nach Bedarf ins Netz gegeben. Auch die Analysewerte, die die Stadtwerke Kamp-Lintfort veröffentlichen, sind an dieser Entnahmestelle im Wasserwerk Moers-Gerdt gemessen.

Wie hart ist das Wasser in Kamp-Lintfort?

12,6 °dH ist das obere Drittel des mittleren Bereichs: 1,4 Grad unter der Schwelle zu hart, und damit ein Wert, bei dem Kalk sichtbar wird, ohne zum Dauerthema zu werden. Getragen wird die Härte von 72,7 mg/l Calcium und 10,4 mg/l Magnesium.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Kamp-Lintfort auf Rang 149 — weicher als 63 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Kamp-Lintfort · 12,6 °dH

Sulfat ist mit 21 % des Indikatorwerts der höchste Wert

Das ist der Befund dieser Seite: Es gibt keinen auffälligen Wert.

Langweilig ist das nur auf den ersten Blick. Der interessante Wert ist Nitrat. Am Niederrhein wird intensiv Landwirtschaft betrieben, und Nitrat ist genau der Parameter, an dem sich Einträge aus Düngung im Grundwasser ablesen lassen — in vielen Gewinnungsgebieten Nordrhein-Westfalens ist er das Sorgenkind. 9,6 mg/l sind demgegenüber wenig. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Aussage über das Einzugsgebiet, aus dem der Wasserverbund Niederrhein fördert.

Ebenso aufschlussreich sind Eisen und Mangan. Beide liegen unter 0,01 mg/l, und genau darauf zielt ein Teil der Aufbereitung in Moers-Gerdt ab. Zwei Dinge sagt die Tabelle allerdings nicht: Chlorid, Leitfähigkeit, Blei, Kupfer, Nickel, Uran, Arsen, PFAS und die Summe der Pflanzenschutzmittel stehen nicht darin. Und alle Werte gelten für die Entnahmestelle im Wasserwerk, nicht für Ihren Küchenhahn.

Woher das Kamp-Lintforter Trinkwasser kommt

Aus dem Binsheimer Feld, rund zwölf Kilometer südlich, auf der anderen Seite von Moers. Dort fördert der Wasserverbund Niederrhein Grundwasser, das die Kiesschichten des Untergrunds bereits auf natürlichem Weg gereinigt haben — das Rohwasser hat deshalb schon vor der Aufbereitung eine gute Qualität. Im Wasserwerk Moers-Gerdt wird es mit Sauerstoff angereichert; Eisen und Mangan flocken dabei aus und werden über Filter abgeschieden. Anschließend folgt eine Desinfektion mit UV-Licht, die ohne Chemie auskommt.

Weil in Kamp-Lintfort selbst kein Grundwasser gewonnen wird, gibt es auf dem Stadtgebiet auch kein Wasserschutzgebiet. In der Nachbarschaft sehr wohl, etwa in Dachsbruch. Dort wird immer wieder darüber gestritten, ob Kiesabbau in einer Schutzzone zulässig ist — je nach Schutzzone sind Tätigkeiten, die das Grundwasser verunreinigen könnten, untersagt. Der Kies, der das Wasser reinigt, ist am Niederrhein zugleich ein begehrter Rohstoff; dieser Konflikt ist hier keine Theorie.

Und noch etwas folgt aus dem vollständigen Fremdbezug: Kamp-Lintfort hat genau eine Versorgungszone. Es gibt keine Stadtteile, die aus einem anderen Brunnen beliefert werden, und keine Mischungsverhältnisse, die je nach Jahreszeit wechseln. Der Wert vom Wasserwerk gilt für das gesamte Stadtgebiet — das ist in Städten dieser Größe eher die Ausnahme.

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Was 12,6 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Alles, was danach kommt, liegt beim Eigentümer oder Vermieter — und darüber sagt keine Analyse des Wasserwerks etwas aus. Alte oder beschädigte Leitungen, selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht, Biofilme, gelöste Metalle aus Armaturen: Das entsteht hinter der Übergabestelle.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Der einfachste Handgriff, und er kostet nichts außer ein paar Sekunden.
  • Kein Wasser aus der Warmwasserleitung zum Trinken oder Kochen nehmen. Dort lösen sich Metalle leichter, und im lauwarmen Bereich vermehren sich Legionellen im Warmwassersystem.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. In Kamp-Lintfort sind Bleileitungen in Altbauten die Ausnahme, ausgeschlossen sind sie in sehr alter Bausubstanz nicht — und die Versorgeranalyse kann dazu nichts sagen, weil sie im Wasserwerk endet.

Ihr Wasserversorger

Stadtwerke Kamp-Lintfort GmbH

Was am Ende den Geschmack ausmacht

In Kamp-Lintfort ist es die Härte, und die kommt aus dem Kies unter dem Niederrhein. Sie bleibt, solange das Wasser aus dem Binsheimer Feld kommt. Wer trotzdem etwas ändern will, muss es zu Hause tun.

Filterleistung

Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorver­bindungen
  • Schwer­metalle
  • Mikro­plastik
  • Pestizide
  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Kamp-Lintfort bedenkenlos trinken?

Ja. Alle veröffentlichten Messwerte halten die Trinkwasserverordnung ein, und keiner davon erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Die Stadtwerke Kamp-Lintfort und der Wasserverbund Niederrhein lassen das Wasser regelmäßig untersuchen.

Der übliche Vorbehalt gilt auch in Kamp-Lintfort: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss, danach liegt sie beim Eigentümer oder Vermieter. Wasser, das mehrere Stunden in der Leitung stand, kurz ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.

Wie hart ist das Wasser in Kamp-Lintfort?

12,6 °dH. Das ist der Härtebereich mittel, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz von 8,4 bis 14,0 °dH festlegt — Kamp-Lintfort liegt also im oberen Drittel dieses Bereichs, 1,4 Grad unter der Schwelle zu hart.

Der Wert gilt für das gesamte Stadtgebiet, weil Kamp-Lintfort aus einer einzigen Versorgungszone beliefert wird. Umrechnungen: 12,6 °dH entsprechen der Angabe „Härtebereich mittel“ auf Waschmittelpackungen.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Kamp-Lintfort trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Kamp-Lintforter Leitungswasser geeignet. Der Nitratwert liegt bei 9,6 mg/l und damit weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l, auch Natrium und Fluorid sind niedrig.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Wer in einem sehr alten Haus wohnt und Bleileitungen nicht ausschließen kann, lässt eine Probe am eigenen Hahn untersuchen.

Woher kommt das Trinkwasser in Kamp-Lintfort?

Vom Wasserverbund Niederrhein, der es im Wassergewinnungsgebiet Binsheimer Feld fördert und im Wasserwerk Moers-Gerdt aufbereitet. In Kamp-Lintfort selbst wird kein Grundwasser gewonnen.

Über zwei Millionen Kubikmeter kommen jedes Jahr in der Stadt an und werden in Behältern von 6.000 Kubikmetern zwischengespeichert, bevor die Stadtwerke Kamp-Lintfort sie nach Bedarf ins Netz geben. Für Verbraucher heißt das: Ansprechpartner bis zum Hausanschluss sind die Stadtwerke Kamp-Lintfort, gemessen wird das Wasser aber an der Entnahmestelle im Wasserwerk des Vorlieferanten.

Ist das Wasser in allen Stadtteilen von Kamp-Lintfort gleich?

Ja. Kamp-Lintfort hat nur eine Versorgungszone, weil das gesamte Stadtgebiet aus derselben Quelle beliefert wird. Es gibt keine Stadtteile mit eigenem Brunnen und keine wechselnden Mischungsverhältnisse. Auch die Zwischenspeicherung in den Behältern verändert die Zusammensetzung nicht.

Unterschiede am Wasserhahn kommen deshalb nicht aus dem Netz, sondern aus dem Haus: Standzeiten in wenig genutzten Leitungen, das Alter der Installation, der Zustand von Armatur und Perlator. Wer in zwei Wohnungen unterschiedlichen Geschmack bemerkt, sucht die Ursache also hinter dem Hausanschluss.

Ist im Kamp-Lintforter Trinkwasser Chlor?

Im Regelfall nicht. Im Wasserwerk Moers-Gerdt wird mit UV-Licht desinfiziert, also ohne Zusatz von Chemikalien. Eine dauerhafte Chlorung ist für Kamp-Lintfort nicht dokumentiert.

Chlor kommt in Deutschland nur vorübergehend zum Einsatz, etwa nach einem Rohrbruch oder einem mikrobiologischen Befund im Netz, und wird dann vom Versorger öffentlich bekannt gegeben. Erkennbar ist es am typischen Schwimmbadgeruch, der nach einigen Minuten im offenen Glas verfliegt.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Kamp-Lintfort?

An die Störungsannahme der Stadtwerke Kamp-Lintfort GmbH unter 02842 96500. Sie ist zuständig für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.

Bei braunem oder trübem Wasser nach Arbeiten am Netz hilft meist, den kalten Hahn einige Minuten laufen zu lassen. Bleibt die Verfärbung, ist es ein Fall für die Störungsannahme — betrifft sie nur eine Wohnung im Haus, liegt die Ursache dagegen in der Hausinstallation.