Trinkwasser in Lünen: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Lünen

7,211,3 °dH

mittel · weich · 3 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Lünen hält alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Wasserhärte liegt je nach Versorgungszone zwischen 7,2 und 11,3 °dH: weich im größten Teil des Stadtgebiets und in Beckinghausen, mittel im Norden von Brambauer. Kein gemessener Wert erreicht ein Viertel seines Grenzwerts.

In Lünen steht kein Wasserwerk. Das Wasser kommt aus den Halterner Stauseen im Münsterland und aus dem Ruhrtal bei Menden und Wickede — die Grenze zwischen beiden Herkünften verläuft mitten durch Brambauer, entlang der Mengeder Straße.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

11,3°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 2,0. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

mittelje nach Zone

Auf der Packung die Dosierung für „mittel“ nehmen — in einzelnen Zonen eine andere.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Brambauer nördlich der Mengeder Straße (Wasserwerk Haltern)
11,3
°dH · mittel
Bezug von der GELSENWASSER AG aus dem Wasserwerk Haltern im Münsterland, rund 30 Kilometer nordwestlich; Gewinnung aus den Stauseen Haltern und Hullern über Versickerungsbecken und Vertikalbrunnen
Brambauer südlich der Mengeder Straße und übriges Stadtgebiet (Wasserwerk Halingen)
7,8
°dH · weich
Bezug von den Wasserwerken Westfalen aus dem Wasserwerk Halingen bei Menden im Ruhrtal, rund 30 Kilometer südöstlich; Grundwasser, angereichertes Grundwasser und Uferfiltrat der Ruhr
Beckinghausen (Wasserwerk Echthausen)
7,2
°dH · weich
Bezug von den Wasserwerken Westfalen aus dem Wasserwerk Echthausen bei Wickede an der Ruhr, rund 30 Kilometer südöstlich; Grundwasser, angereichertes Grundwasser und Uferfiltrat der Ruhr

Die Werte auf einen Blick

11

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

3

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

3 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Lünen nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Lünen GmbH.

ParameterBrambauer nördlich der Mengeder Straße (Wasserwerk Haltern)Brambauer südlich der Mengeder Straße und übriges Stadtgebiet (Wasserwerk Halingen)Beckinghausen (Wasserwerk Echthausen) Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH11,37,87,2Mineralstoff
Calciummg/l734642Mineralstoff
Magnesiummg/l4,85,95,7Mineralstoff
Kaliummg/l5,33,12,5Mineralstoff
Natriummg/l192720200 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l11,610,79,750 23 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l483432250 19 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l263728250 15 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert7,557,857,926,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm4874323712790 17 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<0,5<0,5<0,510 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,005<0,005<0,0052 unter Bestimmungsgrenze
Nickelµg/l<2<2<220 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l1<1<110 10 % des Grenzwerts
Arsenµg/l0,70,5<0,510 7 % des Grenzwerts
Pestizide gesamtµg/l<0,025<0,025<0,0250,5 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Brambauer nördlich der Mengeder Straße (Wasserwerk Haltern), 2025 · Brambauer südlich der Mengeder Straße und übriges Stadtgebiet (Wasserwerk Halingen), 2025 · Beckinghausen (Wasserwerk Echthausen), 2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Die Analysen der Stadtwerke Lünen sind nur mit dem Jahr 2025 datiert, ein genaues Probenahmedatum nennen sie nicht.

3 Zonen, eine Grenze: Alle Werte enden am Hausanschluss

Welche Zone Ihre Adresse versorgt, entscheidet über die Zahlen in der Tabelle. Über das, was danach passiert, entscheidet sie nicht: Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen, in keiner der 3 Zonen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 16 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Mit dem Leitungswasser hat all das nichts zu tun. In Lünen steht kein Wasserwerk. Die Stadt kauft ihr Trinkwasser bei zwei Vorlieferanten ein, aus drei Werken, die alle rund 30 Kilometer entfernt liegen — und zwar in zwei Einzugsgebieten, die geologisch nichts miteinander zu tun haben. Genau daraus entsteht der Befund, der Lünen von den Nachbarstädten unterscheidet: Das Wasser ist nicht überall gleich hart.

Warum zwei Straßenseiten in Brambauer verschieden hartes Wasser haben

Wo der Unterschied herkommt, lässt sich an den Analysen ablesen. Er steckt fast vollständig im Calcium: 73 mg/l im Halterner Wasser gegenüber 46 mg/l aus Halingen und 42 mg/l aus Echthausen. Beim Magnesium läuft es sogar andersherum — die härtere Zone hat mit 4,8 mg/l weniger als die beiden weichen mit 5,9 und 5,7 mg/l.

Was in den veröffentlichten Analysen nicht steht, ist der Grund dafür — ob der höhere Calciumgehalt aus dem Rohwasser stammt oder aus der Aufbereitung.

Und noch etwas lässt sich nicht straßengenau belegen: welche Adresse zu welcher Zone gehört. Die Stadtwerke Lünen nennen die Mengeder Straße als Trennlinie und Beckinghausen als eigene Zone, veröffentlichen aber keine Karte der Versorgungsgebiete. An Knotenpunkten des Netzes sind technisch bedingte Durchmischungen möglich. Wer es für die eigene Adresse genau wissen will, fragt beim Versorger nach. Ein Mittelwert über alle drei Werke hilft dabei nicht weiter: Er beschriebe kein einziges Lünener Haus, sondern ein Wasser, das im Netz nirgends ankommt.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Lünen auf Rang 173 — weicher als 73 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Lünen · 11,3 °dH

Woher das Lünener Trinkwasser kommt

Aus drei Wasserwerken, von denen keines in Lünen steht — und aus zwei verschiedenen Flusssystemen. Das Wasserwerk Haltern der GELSENWASSER AG liegt rund 30 Kilometer nordwestlich im Münsterland. Es arbeitet mit Wasser aus den Stauseen Haltern und Hullern, das über Versickerungsbecken und Vertikalbrunnen durch die Halterner Sande geführt wird. Die Wasserwerke Halingen bei Menden und Echthausen bei Wickede gehören den Wasserwerken Westfalen und liegen etwa ebenso weit im Südosten, im Ruhrtal. Dort entsteht Trinkwasser aus Grundwasser, angereichertem Grundwasser und Uferfiltrat der Ruhr.

Dass das Ruhrwasser weich ist, liegt am Einzugsgebiet: Die Ruhr sammelt ihr Wasser im Sauerland, auf devonischem Schiefer und Grauwacke. Solches Gestein gibt dem durchsickernden Wasser wenig Calcium mit.

Die Stadt an der Lippe trinkt also weder aus der Lippe noch aus der Seseke, sondern aus der Stever und aus der Ruhr. Das erklärt auch eine Lücke, über die sich Lünener gelegentlich wundern: Wasserschutzgebiete gibt es im Stadtgebiet praktisch keine. Sie liegen dort, wo gefördert wird — um Haltern, Menden und Wickede, in anderen Kreisen. Ein Teil der Wasservorkommen, aus denen Lünen versorgt wird, fließt allerdings durch Naturschutzgebiete.

Die Stadtwerke Lünen GmbH betreibt das Netz und verantwortet die Verteilung. Die Proben, deren Werte auf dieser Seite stehen, werden nicht in Lünen gezogen, sondern bei den Vorlieferanten an den drei Werken.

Der höchste Messwert erreicht nicht einmal ein Viertel seines Grenzwerts

Eine Zahl in den Analysen führt regelmäßig in die Irre. In der Zeile zur elektrischen Leitfähigkeit steht 2790 µS/cm. Das ist der Grenzwert der Trinkwasserverordnung, nicht das Messergebnis. Gemessen wurden 371 bis 487 µS/cm.

Die drei Berichte umfassen 71, 72 und 74 Parameter — sie beschreiben also eine Liste, nicht das gesamte Wasser. PFAS zum Beispiel weist keiner der drei Berichte aus, obwohl seit Januar 2026 ein Grenzwert für die Summe von zwanzig dieser Verbindungen gilt. Das ist keine Aussage über den Gehalt. Es heißt nur, dass in diesen Dokumenten nichts dazu steht, und dass man den Unterschied kennen sollte, wenn man eine Analyse liest.

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Was 7,2 bis 11,3 °dH im Haushalt bedeuten

Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss. Alles danach — Steigleitungen, selten genutzte Stränge, Armaturen, Warmwasserspeicher — liegt beim Eigentümer oder Vermieter, und dazu kann keine Analyse eines Wasserwerks etwas sagen. Für Lünen heißt das drei Dinge:

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das dauert Sekunden und ist der wirksamste Handgriff überhaupt.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. In warmem Wasser lösen sich Metalle leichter, und im Warmwasserbereich vermehren sich Legionellen, die im Kaltwassernetz keine Rolle spielen.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. In den Zechensiedlungen und Altbauten aus der Zeit vor 1973 ist das nicht ausgeschlossen; mehr dazu steht in unserem Beitrag über Bleileitungen in Altbauten. Für diesen einen Fall ist eine eigene Analyse tatsächlich sinnvoll.

Beim Geschmack bleibt am Ende wenig übrig, das aus dem Untergrund käme. Mineralarmes, neutrales Wasser schmeckt nach wenig — was auffällt, stammt in Lünen meist aus dem Netz oder der Hausinstallation: ein verkalkter Perlator, lange Standzeiten, ein alter Schlauch an der Armatur. Diese naheliegenden Ursachen lohnt es zuerst zu prüfen.

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  • Bakterien & Keime
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  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Lünen bedenkenlos trinken?

Ja. Alle drei Versorgungszonen halten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein, und keiner der gemessenen Werte kommt auch nur in die Nähe seines Grenzwerts. Der höchste ist Nitrat mit 11,6 mg/l bei einem zulässigen Höchstwert von 50 mg/l.

Der übliche Vorbehalt gilt in Lünen wie überall: Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Was in der eigenen Installation passiert, steht in keiner Wasserwerksanalyse. Wasser, das lange in der Leitung stand, vor der Entnahme kurz ablaufen lassen.

Wie hart ist das Wasser in Lünen?

Zwischen 7,2 und 11,3 °dH, je nach Versorgungszone. Beckinghausen liegt bei 7,2 °dH, das übrige Stadtgebiet einschließlich des südlichen Brambauer bei 7,8 °dH, der Teil von Brambauer nördlich der Mengeder Straße bei 11,3 °dH.

Damit gilt für zwei der drei Zonen der Härtebereich weich, für die dritte mittel. Die Schwelle des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes liegt bei 8,4 °dH.

Ist das Wasser in allen Lünener Stadtteilen gleich?

Nein. Lünen wird aus drei verschiedenen Wasserwerken beliefert, und die Unterschiede sind messbar: 42 bis 73 mg/l Calcium, 371 bis 487 µS/cm Leitfähigkeit, 7,2 bis 11,3 °dH Härte.

Die auffälligste Trennlinie verläuft mitten durch Brambauer, entlang der Mengeder Straße. Nördlich davon kommt Wasser aus Haltern, südlich davon aus Halingen wie im Rest der Stadt. Beckinghausen wird aus Echthausen versorgt. Eine straßengenaue Karte veröffentlicht der Versorger nicht — im Zweifel dort nachfragen.

Woher kommt das Trinkwasser in Lünen?

Aus drei Wasserwerken außerhalb der Stadt. Das Wasserwerk Haltern der GELSENWASSER AG liegt rund 30 Kilometer nordwestlich im Münsterland und arbeitet mit Wasser aus den Stauseen Haltern und Hullern. Die Wasserwerke Halingen bei Menden und Echthausen bei Wickede gehören den Wasserwerken Westfalen und gewinnen im Ruhrtal aus Grundwasser, angereichertem Grundwasser und Uferfiltrat.

In Lünen selbst steht kein Wasserwerk. Deshalb liegen auch die Wasserschutzgebiete, die diese Gewinnung sichern, nicht im Stadtgebiet.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Lünen trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt — das ist in Lünen der Fall. Der Nitratwert liegt mit 9,7 bis 11,6 mg/l weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l, und auch beim Natrium mit 19 bis 27 mg/l ist reichlich Abstand.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Bei Verdacht auf Bleileitungen lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Lünener Trinkwasser Chlor?

In den drei veröffentlichten Analysen von 2025 ist keine Chlorung dokumentiert. Chlor wird deutschem Trinkwasser nur zeitweise zugesetzt, wenn mikrobiologische Befunde oder Arbeiten am Netz es erfordern, und der Versorger informiert darüber.

Wenn Wasser nach Schwimmbad riecht, ohne dass eine Meldung vorliegt, lohnt zuerst ein Blick auf die eigene Armatur und auf Standzeiten in der Leitung. Ein offen stehendes Glas Wasser verliert Chlorgeruch innerhalb kurzer Zeit von selbst.