Trinkwasser in Solingen: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Solingen

4,75,6 °dH

weich · 3 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Solingen hält alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Mit 4,7 bis 5,6 °dH liegt Solingen im Härtebereich weich. Kein einziger der rund 80 untersuchten Parameter erreicht die Hälfte seines Grenzwerts. Die Spanne stammt von drei Wasserwerken, nicht von drei Stadtteilen.

Das Rohwasser kommt aus der Sengbachtalsperre und der Großen Dhünn-Talsperre. Drei Wasserwerke speisen ein Ringleitungssystem, das ganz Solingen versorgt; nur Burg und Höhrath hängen direkt am Wasserwerk Schürholz.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

5,6°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 1,0. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

weich

Auf der Packung die Dosierung für „weich“ nehmen.

Kalk

kaum

Kaum Ablagerungen in Geräten und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Wasserwerk Glüder (Sengbachtalsperre)
5,6
°dH · weich
Einspeisung in das Ringleitungssystem, das ganz Solingen außer Burg und Höhrath versorgt
Wasserwerk Schürholz (Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper, Große Dhünn-Talsperre)
4,7
°dH · weich
versorgt Burg und Höhrath direkt und speist zusätzlich in das Ringleitungssystem ein
Wasserwerk Dabringhausen (Bergische Trinkwasserverbund GmbH / Wupperverband, Große Dhünn-Talsperre)
5,3
°dH · weich
Einspeisung in das Ringleitungssystem

Die Werte auf einen Blick

12

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

2

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

3 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Solingen nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen (EBW).

ParameterWasserwerk Glüder (Sengbachtalsperre)Wasserwerk Schürholz (Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper, Große Dhünn-Talsperre)Wasserwerk Dabringhausen (Bergische Trinkwasserverbund GmbH / Wupperverband, Große Dhünn-Talsperre) Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH5,64,75,3Mineralstoff
Calciummg/l322832Mineralstoff
Magnesiummg/l4,63,63,6Mineralstoff
Kaliummg/l1,61,51,5Mineralstoff
Natriummg/l8,75,65,5200 4 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l10,38,28,250 21 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l16,012,512,9250 6 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l16,010,28,9250 6 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert7,948,237,916,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm2761952322790 10 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<1<1<110 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,0010,006<0,0012 0 % des Grenzwerts
Nickelµg/l<1<1<120 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<1<1<110 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<1<1<110 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l0,0090,0050,0030,1 9 % des Grenzwerts
Pestizide gesamtµg/ln.b.n.b.n.b.0,5 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Wasserwerk Glüder (Sengbachtalsperre), Jahresmittel 2025 · Wasserwerk Schürholz (Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper, Große Dhünn-Talsperre), Jahresmittel 2025 · Wasserwerk Dabringhausen (Bergische Trinkwasserverbund GmbH / Wupperverband, Große Dhünn-Talsperre), Jahresmittel 2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Die Werte sind Jahresmittelwerte für 2025; ein einzelnes Probenahmedatum nennt die Verbraucherinformation des Eigenbetriebs nicht.

5,6 °dH: kaum Kalk — dafür aggressiver gegenüber Rohren

So weiches Wasser hinterlässt in Solingen kaum Ablagerungen. Es nimmt dafür Metalle leichter auf als hartes Wasser. Genau das passiert hinter dem Hausanschluss, wo die Analyse des Versorgers endet: Blei, Kupfer und Nickel aus den eigenen Rohren stehen in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 17 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Dass diese Stadt ihr Wasser aus Talsperren bezieht und nicht aus Brunnen, hat mit demselben Untergrund zu tun, der die Täler so steil macht. Unter dem Bergischen Land liegt devonischer Schiefer mit Grauwacke — dichtes, hartes Gestein, das kaum Wasser speichert. Beides hängt an derselben Eigenschaft des Gesteins: Es hält kein Wasser fest, und es gibt fast nichts an das Wasser ab, das darüber abläuft. Deshalb ist das Solinger Leitungswasser weich.

Solingen hat stattdessen einen Ring: eine Leitung rund um das Stadtgebiet, in die gleich drei Wasserwerke einspeisen. Aus diesem Ring wird ganz Solingen versorgt, mit einer Ausnahme. Die drei Härtewerte, die der Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen veröffentlicht, sind deshalb keine Stadtteilwerte. Es sind die Werte an den drei Einspeisepunkten.

Wie hart ist das Wasser in Solingen?

Eine vierte Stufe kennt das Gesetz nicht, auch wenn im Netz häufig eine steht; der oft zitierte Vergleichswert 7,3 °dH ist überholt.

Wie weit unten Solingen liegt, zeigt der Vergleich mit unserem Datenbestand: Von 502 Versorgungszonen mit Härteangabe liegt der Median bei 12,6 °dH, und nur 63 Zonen sind weicher als das Solinger Maximum von 5,6.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Solingen auf Rang 225 — weicher als 95 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Solingen · 5,6 °dH

Warum Burg und Höhrath anderes Wasser bekommen

Burg und Höhrath hängen nicht am Ring, sondern direkt am Wasserwerk Schürholz. Mit 4,7 °dH, 195 µS/cm Leitfähigkeit und 5,6 mg/l Natrium ist es das weichste und mineralärmste der drei.

Das Wasserwerk Glüder an der Sengbachtalsperre, die Hauptquelle der Stadt, liefert 5,6 °dH bei 276 µS/cm und 8,7 mg/l Natrium. Dazwischen liegt das Wasserwerk Dabringhausen der Bergischen Trinkwasserverbund GmbH, ebenfalls aus der Großen Dhünn-Talsperre gespeist, mit 5,3 °dH.

Welche Mischung an einer einzelnen Adresse im Ring ankommt, lässt sich aus den veröffentlichten Unterlagen nicht ableiten: Die Einspeisemengen der drei Werke ändern sich mit Verbrauch, Talsperrenstand und Wartungsarbeiten, und eine Stadtteilkarte der Versorgung gibt es nicht. Wer es für seine Adresse genau wissen will, fragt beim Eigenbetrieb nach. Für den Haushalt macht es ohnehin keinen Unterschied — alle drei Einspeisungen liegen im selben Härtebereich, und keine Dosierung und keine Geräteeinstellung ändert sich zwischen 4,7 und 5,6 °dH.

Nitrat ist mit 21 % des Grenzwerts der höchste Wert

Solingen meldet 0,003 bis 0,009 µg/l, je nach Wasserwerk — weniger als ein Zehntel des zulässigen Werts. Für die enger gefasste Summe PFAS-4, für die ab 2028 ein Grenzwert von 0,02 µg/l gilt, stehen 0,002 und 0,004 µg/l in der Tabelle; für das Wasserwerk Schürholz weist der Bericht keinen Zahlenwert aus, ebenso wenig für die Summe der Pestizide.

Er hat eine Ursache, und die liegt nicht im Wasserwerk, sondern im Einzugsgebiet. Rund um die Sengbachtalsperre erstreckt sich ein großes Wasserschutzgebiet, dazu das Naturschutzgebiet Sengbach; gebadet werden darf in der Talsperre nicht. Die Stadtverwaltung kauft seit Jahren Waldstücke in der Region auf und hat dort etwa eine halbe Million Bäume gepflanzt. Ein Wasserwerk muss nichts heraussortieren, was gar nicht erst hineingerät — die niedrigen Zahlen sind das Ergebnis einer Grundstückspolitik, nicht einer Aufbereitungstechnik.

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Weiches Wasser und die Leitungen im Haus

Weiches Wasser stellt an die Hausinstallation andere Ansprüche als hartes. Kalkarmes Talsperrenwasser ist schwach gepuffert und neigt dazu, Metalle aus Rohren und Armaturen zu lösen. Deshalb halten die Wasserwerke den pH-Wert im leicht basischen Bereich — 7,91 in Glüder, 7,91 in Dabringhausen, 8,23 in Schürholz, bei einem zulässigen Rahmen von 6,5 bis 9,5.

Steuern lässt sich das aber nur bis zum Hausanschluss. Was danach kommt, liegt beim Eigentümer oder Vermieter: alte Kupferleitungen, verzinkte Stränge, Messingarmaturen, selten benutzte Zapfstellen, in denen Wasser tagelang steht. Bleileitungen betreffen vor allem Häuser, die vor 1973 gebaut wurden; seit dem 12. Januar 2026 dürfen sie nach der Trinkwasserverordnung nicht mehr betrieben werden. Wer in einem Altbau wohnt und es nicht weiß, sollte danach fragen.

Drei Handgriffe, die konkret etwas bringen:

  • Kein Wasser aus der Warmwasserleitung zum Trinken oder Kochen. Warm lösen sich Metalle leichter, und im Warmwasserbereich vermehren sich Legionellen.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Das ist der eine Fall, in dem eine eigene Analyse sinnvoll ist — die Werte des Versorgers enden am Hausanschluss und können dazu nichts sagen.

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Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorver­bindungen
  • Schwer­metalle
  • Mikro­plastik
  • Pestizide
  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Solingen bedenkenlos trinken?

Ja. Der Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen weist für 2025 rund 80 Parameter aus, und keiner davon erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Alle Vorgaben der Trinkwasserverordnung werden eingehalten.

Der übliche Vorbehalt gilt in Solingen wie überall: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss, danach ist der Eigentümer oder Vermieter zuständig. Wasser, das über Nacht oder länger in der Leitung stand, sollte man kurz ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.

Wie hart ist das Wasser in Solingen?

4,7 bis 5,6 °dH, je nach einspeisendem Wasserwerk. Das ist durchgehend der Härtebereich weich, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz unterhalb von 8,4 °dH festlegt.

Für die Waschmitteldosierung gilt damit in ganz Solingen die unterste Stufe der Tabelle auf der Packung. Ein zusätzlicher Enthärter für die Waschmaschine ist überflüssig, und ein Wasserenthärter für das ganze Haus lohnt sich bei diesen Werten nicht.

Ist das Wasser in allen Solinger Stadtteilen gleich?

Nicht ganz, aber der Unterschied ist klein. Burg und Höhrath werden aus dem Wasserwerk Schürholz versorgt und bekommen mit 4,7 °dH das weichste Wasser. Das übrige Stadtgebiet hängt an einem Ringleitungssystem, in das drei Wasserwerke einspeisen: Glüder mit 5,6 °dH, Dabringhausen mit 5,3 und Schürholz mit 4,7.

Welcher Anteil an einer bestimmten Adresse ankommt, wechselt mit Verbrauch und Betriebslage und ist nicht öffentlich dokumentiert. Praktisch spielt das keine Rolle: Alle drei Werte liegen im selben Härtebereich.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Solingen trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Solinger Leitungswasser geeignet. Nitrat liegt mit 8,2 bis 10,3 mg/l weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l, Blei, Nickel, Uran und Arsen bleiben unter der Bestimmungsgrenze von 1 µg/l.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf Bleileitungen in einem Haus mit Baujahr vor 1973 lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Woher kommt das Trinkwasser in Solingen?

Aus zwei Talsperren. Die Sengbachtalsperre gehört der Stadt selbst; ihr Wasser wird im Wasserwerk Glüder aufbereitet und ist die Hauptquelle. Dazu kommt Wasser aus der Großen Dhünn-Talsperre, das in den Wasserwerken Schürholz und Dabringhausen aufbereitet wird.

Grundwasser spielt keine Rolle: Der devonische Schiefer des Bergischen Landes bildet keine ergiebigen Grundwasserleiter. Deshalb wird hier gestaut statt gebohrt — und deshalb ist das Wasser so mineralarm.

Ist im Solinger Trinkwasser Chlor?

Im Regelfall nicht. In Deutschland wird Trinkwasser nur dann gechlort, wenn es einen Anlass gibt — etwa nach einem Rohrbruch, nach Arbeiten am Netz oder bei einem mikrobiologischen Befund. Dann ist die Maßnahme zeitlich begrenzt, und der zulässige Wert wird eingehalten.

Wer zeitweise Chlor riecht, findet den Hinweis darauf beim Eigenbetrieb. Aktivkohlefilter binden Chlor und die daraus entstehenden Verbindungen zuverlässig; am Geschmack des unbehandelten Talsperrenwassers ändern sie wenig, weil dort kaum etwas zu binden ist.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Solingen?

An die Störungsannahme unter 0212 2952800. Zuständig ist sie für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.

Für Fragen zur Wasserqualität, zur Versorgung einer bestimmten Adresse oder zum Härtewert im eigenen Stadtteil ist der Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen die richtige Stelle. Probleme, die nur eine einzelne Wohnung betreffen — brauner Erstauslauf, Druckverlust, Geruch —, gehören dagegen zuerst zum Eigentümer oder zur Hausverwaltung.