Trinkwasser in Siegen: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Siegen

4,5 °dH

weich

Das Trinkwasser in Siegen hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Siegener Versorgungsbetriebe geben die Gesamthärte mit 4,5 °dH an, Härtebereich weich. Kein Wert der veröffentlichten Analyse erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Der pH-Wert liegt zwischen 7,90 und 8,30.

Das Wasser stammt überwiegend aus der Obernautalsperre und der Breitenbachtalsperre und ist deshalb ausgesprochen weich und mineralarm. Zur Desinfektion setzt der Versorger 0,1 mg/l Chlordioxid ein.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

4,5°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 0,8.

Waschmittel

weich

Auf der Packung die Dosierung für „weich“ nehmen.

Kalk

kaum

Kaum Ablagerungen in Geräten und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Trinkwasseraufbereitungsanlage Dreis-Tiefenbach
4,5
°dH · weich
Obernautalsperre und Grundwasserwerk Siegtal; Hauptversorgungszone Siegen

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Siegen nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Siegener Versorgungsbetriebe GmbH.

ParameterTrinkwasseraufbereitungsanlage Dreis-Tiefenbach Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH4,5Mineralstoff
Calciummg/l23Mineralstoff
pH-Wert7,9–8,36,5–9,5 im Bereich

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Trinkwasseraufbereitungsanlage Dreis-Tiefenbach, Stand 25.03.2020

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

4,5 °dH: kaum Kalk — dafür aggressiver gegenüber Rohren

So weiches Wasser hinterlässt in Siegen kaum Ablagerungen. Es nimmt dafür Metalle leichter auf als hartes Wasser. Genau das passiert hinter dem Hausanschluss, wo die Analyse des Versorgers endet: Blei, Kupfer und Nickel aus den eigenen Rohren stehen in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 3 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Deshalb stehen im Umland zwei Talsperren, die in erster Linie dem Hochwasserschutz dienen. Die Obernautalsperre, ein Steinschüttdamm, hält seit 1972 das Wasser des Obernautals zurück, dazu kommt die Breitenbachtalsperre weiter westlich. Beide sind heute auch Ausflugsziel, und beide sind die Grundlage der Siegener Trinkwasserversorgung. Vom Obernau- bis ins Breitenbachtal hat die Stadt dafür Wasserschutzgebiete eingerichtet.

Das erklärt, warum das Leitungswasser hier so weich ist. Talsperrenwasser ist eingesammelter Niederschlag: Es läuft über Hänge und durch Bäche in ein Staubecken, statt jahrzehntelang durch Kalk- oder Gipsgestein zu sickern. Was es unterwegs an Calcium und Magnesium aufnimmt, ist wenig. Die Siegener Versorgungsbetriebe geben die Gesamthärte deshalb mit 4,5 °dH an und den Calciumgehalt mit 23 mg/l.

Wie hart ist das Wasser in Siegen?

Ein Sonderfall ist das nicht, sondern ein regionales Muster — überall dort, wo Talsperren im Bergland die Versorgung tragen, sind die Werte ähnlich niedrig. Im benachbarten Gummersbach sind es 4,4 °dH.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Siegen auf Rang 233 — weicher als 98 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Siegen · 4,5 °dH

Sieben Größen, und keine davon auffällig

Der pH-Wert steht dort als Spanne, nicht als Einzelwert. Die Zone Dreis-Tiefenbach wird aus der Obernautalsperre und aus dem Grundwasserwerk Siegtal gespeist, und wo zwei Herkünfte in wechselnden Anteilen zusammenkommen, trifft eine einzelne Zahl das Wasser nicht.

Genau sieben Größen stehen online: Gesamthärte, Härtebereich, Calcium, pH-Wert, Chlordioxid, freies Chlor und die Basekapazität. Das heißt nicht, dass nur sieben Parameter untersucht werden — die Trinkwasserverordnung verlangt für ein Versorgungsgebiet dieser Größe erheblich mehr. Es heißt, dass online nur diese sieben stehen. Kalium und Magnesium fehlen, obwohl § 46 der Trinkwasserverordnung sie zu den Angaben zählt, über die ein Versorger informieren muss. Ein Nitratwert steht ebenfalls nicht dort, und deshalb steht auf dieser Seite auch keiner.

Weil Magnesium fehlt, lässt sich die Gesamthärte aus den veröffentlichten Zahlen nicht nachrechnen. Am Härtebereich ändert das nichts: 4,5 °dH liegt klar unter der Grenze von 8,4, und die SVB nennt den Bereich weich selbst. Die Analyse trägt den Stand 25. März 2020 — es ist die aktuellste Angabe, die der Versorger veröffentlicht.

Chlordioxid im Netz ist Normalbetrieb

Die SVB weist 0,1 mg/l Chlordioxid und weniger als 0,1 mg/l freies Chlor aus. Das ist keine Ausnahmemaßnahme nach einem Befund, sondern der Regelfall bei Talsperrenwasser. Oberflächenwasser wird in Dreis-Tiefenbach in zwei Stufen aufbereitet und anschließend desinfiziert, damit es auf dem langen Weg durch das Netz mikrobiologisch stabil bleibt. Grundwasser aus geschützten Brunnen kommt oft ohne diesen Schritt aus, gestautes Oberflächenwasser praktisch nie.

Chlordioxid wird dafür eingesetzt, weil es im Leitungsnetz länger wirksam bleibt als freies Chlor und geschmacklich weniger auffällt. In dieser Größenordnung nehmen die meisten Menschen nichts davon wahr; empfindliche Nasen tun es gelegentlich doch, vor allem an Zapfstellen nahe der Einspeisung. Was Chlor im Trinkwasser bedeutet und woran man es erkennt, steht in einem eigenen Beitrag.

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Woher das Siegener Trinkwasser kommt

Aus zwei Talsperren und einigen Brunnen. Die Obernau- und die Breitenbachtalsperre liefern den größten Teil; ihr Wasser läuft in die Trinkwasseraufbereitungsanlage Dreis-Tiefenbach. Die restlichen rund zehn Prozent decken Grundwasserbrunnen in Siegen und der näheren Umgebung ab, zusammengefasst im Grundwasserwerk Siegtal.

Zuständig sind zwei Betriebe. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS) betreibt die Talsperren und liefert das Wasser, die Siegener Versorgungsbetriebe verteilen es und verantworten die Qualität bis zum Hausanschluss. Was gar nicht erst ins Einzugsgebiet gelangt, muss später niemand herausholen — bei Talsperren entscheidet die Herkunft des Wassers mehr über die Qualität als jede Aufbereitungsstufe.

Ihr Wasserversorger

Siegener Versorgungsbetriebe GmbH

Was 4,5 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der SVB endet am Hausanschluss. Was danach kommt — Leitungen, Armaturen, Speicher —, verantwortet der Eigentümer oder Vermieter, und dazu kann keine Analyse eines Wasserwerks etwas sagen. Drei Handgriffe decken das Wesentliche ab:

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — so lange, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das kostet nichts und wirkt sofort.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Dort lösen sich Metalle leichter, und Warmwasser ist der Ort, an dem sich Legionellen vermehren.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen in Altbauten eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Bleirohre wurden bis Anfang der siebziger Jahre verlegt. Für diesen einen Fall ist eine eigene Untersuchung sinnvoll, weil die Versorgeranalyse dazu nichts sagen kann.

Der letzte Punkt wiegt in Siegen etwas schwerer, weil weiches Wasser Metalle aus Leitungen leichter aufnimmt als hartes. Entwarnung gibt die Chemie: Mit einem pH-Wert von 7,90 bis 8,30 ist das Siegener Wasser leicht alkalisch, und die Basekapazität von 0,0 mmol/l bedeutet, dass praktisch keine freie Kohlensäure darin steckt, die Metall angreifen könnte. In einem Altbau nachzusehen bleibt trotzdem sinnvoll.

Filterleistung

Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorver­bindungen
  • Schwer­metalle
  • Mikro­plastik
  • Pestizide
  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Siegen bedenkenlos trinken?

Ja. Die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden eingehalten, und kein Wert der veröffentlichten Analyse erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Der übliche Vorbehalt gilt in Siegen wie überall: Die Verantwortung der Siegener Versorgungsbetriebe endet am Hausanschluss. Was danach passiert, liegt beim Eigentümer oder Vermieter. Lassen Sie Wasser, das über Nacht oder über den Urlaub in der Leitung stand, kurz ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.

Wie hart ist das Wasser in Siegen?

4,5 °dH, im gesamten Versorgungsgebiet derselbe Wert. Die SVB ordnet das Wasser dem Härtebereich 1 zu, also weich. Eine Aufteilung nach Stadtteilen veröffentlicht sie nicht, weil das Netz aus einer Aufbereitungsanlage gespeist wird.

Für Geräte mit Härteeinstellung — Kaffeevollautomat, Geschirrspüler, Dampfgarer — ist damit die niedrigste Stufe die richtige. Wer eine Zahl in Millimol pro Liter braucht, findet sie in den Bedienungsanleitungen umgerechnet; die Angabe der SVB ist in Grad deutscher Härte.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Siegen trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt. Das ist in Siegen der Fall.

Einen Nitratwert veröffentlicht die SVB allerdings nicht. Wer für ein Neugeborenes Gewissheit möchte, fragt ihn beim Versorger nach — Auskunft darüber muss er geben. Zwei Punkte betreffen ohnehin nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden.

Woher kommt das Trinkwasser in Siegen?

Überwiegend aus der Obernautalsperre und der Breitenbachtalsperre. Ihr Wasser wird in der Trinkwasseraufbereitungsanlage Dreis-Tiefenbach in zwei Stufen aufbereitet. Rund zehn Prozent kommen aus Grundwasserbrunnen in Siegen und der näheren Umgebung.

Gewinnung und Lieferung liegen beim Wasserverband Siegen-Wittgenstein, die Verteilung im Stadtgebiet bei den Siegener Versorgungsbetrieben. Beide Talsperren wurden in erster Linie für den Hochwasserschutz gebaut; die Trinkwasserversorgung ist die zweite Nutzung.

Schmeckt man das Chlordioxid im Siegener Leitungswasser?

Meistens nicht. Bei 0,1 mg/l liegt der Gehalt unter der Wahrnehmungsschwelle der meisten Menschen. Auffallen kann es an Zapfstellen in der Nähe der Einspeisung oder wenn das Wasser besonders kalt ist.

Wer es wahrnimmt, kann das Wasser offen in einer Karaffe im Kühlschrank stehen lassen; ein Teil des Desinfektionsmittels entweicht dabei. Der Geruch verschwindet in der Regel innerhalb von ein bis zwei Stunden.

Wo bekomme ich die vollständige Wasseranalyse für meine Adresse?

Bei den Siegener Versorgungsbetrieben. Online steht nur eine Kurzfassung mit sieben Größen; die vollständigen Untersuchungsergebnisse muss der Versorger auf Anfrage zugänglich machen.

Für Fragen zur Hausinstallation ist er dagegen nicht zuständig. Wenn Sie wissen wollen, was an Ihrem Hahn ankommt — etwa bei Verdacht auf alte Bleileitungen —, führt daran nur eine eigene Probe vorbei, entnommen in der Wohnung und nicht am Hausanschluss.

Wer ist bei einer Störung der Wasserversorgung in Siegen zuständig?

Die Siegener Versorgungsbetriebe. Sie betreiben den Entstördienst für das Trinkwassernetz und sind die erste Adresse bei Rohrbruch, Druckabfall, Trübung oder Verfärbung des Wassers — auch nachts und am Wochenende.

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein ist für Gewinnung und Aufbereitung zuständig, nicht für einzelne Hausanschlüsse. Anordnungen wie ein Abkochgebot spricht das Gesundheitsamt aus, nicht der Versorger. Innerhalb des Hauses bleibt der Eigentümer verantwortlich: Für Rohre, Armaturen und Warmwasserspeicher hinter der Übergabestelle ist kein Wasserwerk zuständig.