Leitungswasser in Portugal: kann man es trinken?

Das Leitungswasser in Portugal ist trinkbar: 98,86 Prozent der Kontrollanalysen auf dem Festland hielten 2024 alle Grenzwerte ein. Das Wasser ist in allen sieben ausgewerteten Orten weich, von 1,46 °dH in Funchal bis 7,28 °dH in Portimão. Freies Chlor ist fast überall zu schmecken.

Für freies Chlor gibt es in der Richtlinie (EU) 2020/2184 keinen Parameterwert; geregelt sind nur die Nebenprodukte der Desinfektion. Für Porto und Ponta Delgada liegen keine Messwerte vor.

Welches Recht hier gilt

Europäische Grundlage
Richtlinie (EU) 2020/2184
Nationale Umsetzung
Decreto-Lei n.º 69/2023, de 21 de agosto (Regime jurídico da qualidade da água destinada ao consumo humano; ersetzt das Decreto-Lei n.º 306/2007)
Zuständige Behörde
ERSAR — Entidade Reguladora dos Serviços de Águas e Resíduos (Kontrolle und Aufsicht über die Trinkwasserqualität); auf den Azoren die regionale Stelle ERSARA, auf Madeira die Regionalverwaltung
Abweichende Grenzwerte
entspricht der Richtlinie
Amtliche Einhaltungsquote
98,86 % der Proben, 2024 (Indikator "Água Segura" — Anteil der an der Verbraucherzapfstelle vorgeschriebenen und durchgeführten Kontrollanalysen, die alle Grenzwerte einhalten (Portugal continental))

Die Zahl stammt von der ERSAR und wird im Relatório do Estado do Ambiente der APA veröffentlicht. Sie gilt für das Festland (continente), nicht für Madeira und die Azoren, die eigene Regionalberichte haben. Sie sagt nichts über einzelne Gebäude aus: gemessen wird an ausgewählten Verbraucherzapfstellen, und ein Teil der Beanstandungen geht nach Angaben der Versorger auf die Hausinstallation und die Zapfstelle selbst zurück, nicht auf das Netz. Sie sagt auch nichts über Geschmack, Chlorgehalt oder Härte — nur über Grenzwerteinhaltung. Das nationale Ziel liegt bei 99 %.

Rechtsgrundlage · Einhaltungsbericht

Lissabon
3,51
°dH · weich
EPAL — Empresa Portuguesa das Águas Livres
Faro
4,87
°dH · weich
Águas do Algarve, S.A. (Wasserlieferung "em alta"; Endverteilung im Stadtgebiet durch FAGAR)
Funchal
1,46
°dH · weich
ARM — Águas e Resíduos da Madeira, S.A.
Albufeira
6,72
°dH · weich
Águas do Algarve, S.A. (Lieferung „em alta"; Endverteilung durch die Gemeinde)
Lagos
5,15
°dH · weich
Águas do Algarve, S.A. (Lieferung „em alta"; Endverteilung durch die Gemeinde)
Portimão
7,28
°dH · weich
Águas do Algarve, S.A. (Lieferung „em alta"; Endverteilung durch die Gemeinde)
Cascais
5,6
°dH · weich
Águas de Cascais, S.A.

Zwischen den ausgewerteten Orten liegen 5,8 °dH. Ein Landeswert für die Wasserhärte existiert nicht — sie wird vor Ort bestimmt, nicht national.

Veröffentlichte Werte nach Ort

7 Orte

Trinkwasserwerte in Portugal nach Ort, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quellen je Ort unter der Tabelle.

ParameterLissabonFaroFunchalAlbufeiraLagosPortimãoCascais EU-Parameter­wert Einordnung
Gesamthärte°dH3,514,871,466,725,157,285,6 Mineralstoff
Calciummg/l19,0245,327,020,025,030,0 Mineralstoff
Magnesiummg/l3,686,43,014,010,016,06,1 Mineralstoff
Natriummg/l11,51513,029,023,036,019,0200 18 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l2,160,93,84,14,22,950 8 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l25,81027,022,035,045,0250 18 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l14,72840,046,047,0250 19 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert8,187,86,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm2872302500 11 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Freies Chlormg/l0,880,80,9keiner kein EU-Grenzwert Die Richtlinie regelt nur die Nebenprodukte der Desinfektion, nicht den Chlorgehalt selbst. Vorgaben dazu setzt jedes Land für sich.

Werte unverändert übernommen aus den Veröffentlichungen der jeweiligen Versorger. Lissabon, EPAL — Empresa Portuguesa das Águas Livres, Juni 2025 · Faro, Águas do Algarve, S.A. (Wasserlieferung "em alta"; Endverteilung im Stadtgebiet durch FAGAR), 1. Quartal 2026 · Funchal, ARM — Águas e Resíduos da Madeira, S.A., 1. Quartal 2026 · Albufeira, Águas do Algarve, S.A. (Lieferung „em alta"; Endverteilung durch die Gemeinde), 1. Quartal 2026 · Lagos, Águas do Algarve, S.A. (Lieferung „em alta"; Endverteilung durch die Gemeinde), 1. Quartal 2026 · Portimão, Águas do Algarve, S.A. (Lieferung „em alta"; Endverteilung durch die Gemeinde), 1. Quartal 2026 · Cascais, Águas de Cascais, S.A., Juli 2025

Parameterwerte nach Richtlinie (EU) 2020/2184, Anhang I Teil B und C. Sie weichen an mehreren Stellen von der deutschen Trinkwasserverordnung ab — die Leitfähigkeit etwa gilt hier mit 2500 µS/cm bei 20 °C statt 2790 µS/cm bei 25 °C. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Ortswert. Werte unter der Bestimmungsgrenze werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Lissabon: Der Monatsbericht weist acht nicht konforme Ergebnisse aus, überwiegend mikrobiologisch; EPAL ordnet sie der Hausinstallation zu, nicht dem Netz.

Funchal: Funchal hat mehrere Versorgungszonen mit teils abweichenden Werten. Freies Chlor reicht hier bis 1,5 mg/l.

Für Faro, Albufeira, Lagos und Portimão gelten die Werte für das an die Gemeinde übergebene Wasser („em alta“), nicht für die Zapfstelle — im Ortsnetz können sich Chlorgehalt und Mikrobiologie noch ändern. Lissabon und Cascais messen dagegen beim Verbraucher.

Filter für unterwegs

Portugal liegt am Atlantik und nicht am Mittelmeer, und für die Wasserfrage ist das mehr als eine geografische Fußnote. Wie das Wasser schmeckt, hängt deshalb weniger vom Gestein unter einer Stadt ab als davon, welches Reservoir sie versorgt.

Wir haben die Berichte der zuständigen Versorger für sieben Orte ausgewertet: Lissabon, Cascais, Funchal auf Madeira sowie Faro, Albufeira, Lagos und Portimão an der Algarve.

Beides hat mit der Herkunft zu tun: Oberflächenwasser muss zuverlässig desinfiziert werden, ehe es ins Netz geht.

Kann man in Portugal das Leitungswasser trinken?

Die Quote gilt für das Festland; Madeira und die Azoren haben eigene Regionalberichte.

Was diese Zahl nicht sagt, ist genauso wichtig. Sie sagt nichts über Geschmack, Chlorgehalt oder Härte, nur über Grenzwerteinhaltung. Und nichts über ein einzelnes Gebäude: Ein Teil der Beanstandungen geht nach Angaben der Versorger auf die Hausinstallation und die Zapfstelle zurück, nicht auf das Netz. Der EPAL-Monatsbericht für Lissabon vom Juni 2025 zeigt das: Er weist acht nicht konforme Ergebnisse aus, überwiegend mikrobiologische Parameter, die EPAL genau dort verortet — hinter dem Hausanschluss.

Warum das portugiesische Leitungswasser nach Chlor schmeckt

EPAL misst für Lissabon im Juni 2025 im Mittel 0,88 mg/l freies Chlor. Águas do Algarve weist für Lagos 0,9 mg/l aus, für Faro 0,8 mg/l, für Portimão eine Spanne von 0,6 bis 1,1 mg/l und für Albufeira 0,1 bis 0,9 mg/l. Nur Cascais fällt heraus: Dort liegt das Maximum bei 0,6 mg/l, das Minimum sogar unter der Bestimmungsgrenze.

Jetzt der Punkt, der in kaum einem Reiseratgeber steht: Für freies Chlor gibt es in der Richtlinie (EU) 2020/2184 überhaupt keinen Parameterwert. Geregelt sind nur die Nebenprodukte der Desinfektion.

Ein Qualitätsmangel ist das Chlor damit nicht. Es ist die vorgeschriebene Desinfektion, die das Wasser bis zum Hahn keimfrei hält, und alle sieben Berichte weisen die Grenzwerte als eingehalten aus.

Weich von Funchal bis Portimão

Keiner der sieben Orte erreicht auch nur den deutschen Härtebereich „mittel", der bei 8,4 °dH beginnt. Ein Landeswert für die Wasserhärte existiert nicht und lässt sich aus sieben Orten auch nicht bilden — dafür sind die Versorgungsgebiete zu verschieden.

Was weich im Extremfall heißt, zeigt Funchal. Das Wasser der Versorgungszone an der ETA Eng. Amaro da Costa enthält 5,3 mg/l Calcium und 3,0 mg/l Magnesium, die Leitfähigkeit liegt zwischen 80 und 119 µS/cm; Nitrat, Chlorid und Sulfat waren nicht nachweisbar. Das ist sehr gering mineralisiertes Quell- und Galeriewasser aus dem Bergland der Insel.

Am anderen Ende steht Portimão, mit 7,28 °dH immer noch weich, aber knapp unter der Grenze zu „mittel". Die Algarve-Orte sind die härteren: Portimão kommt auf 25 mg/l Calcium und 16 mg/l Magnesium, Albufeira auf 27 und 14 mg/l, Lissabon nur auf 19 und 3,68 mg/l.

Woher das Trinkwasser in Portugal kommt

Überwiegend von der Oberfläche. Weil die Grundwasservorräte begrenzt sind, speisen sich die großen Versorgungssysteme aus Flüssen, Seen, Stauseen und Reservoirs. Das passt zu den weichen Werten: Härte entsteht dort, wo Wasser lange durch kalkhaltiges Gestein sickert, und diesen Weg hat Wasser aus einem Stausee nicht hinter sich. Wie eine Versorgung von der Quelle bis zum Hahn aufgebaut ist, steht in unserem Beitrag dazu, woher unser Trinkwasser kommt.

Für Lissabon veröffentlicht EPAL Monatsberichte mit Proben an den Verbraucherzapfstellen der Stadt. An der Algarve liefert Águas do Algarve das Wasser „em alta" an die Gemeinden, die es dann selbst verteilen — in Faro übernimmt das FAGAR. Auf Madeira ist ARM zuständig, getrennt nach Versorgungszonen: Für den Concelho Funchal allein veröffentlicht ARM mehrere, deren Werte voneinander abweichen können.

Zapfstelle oder Übergabepunkt — warum das beim Lesen der Zahlen zählt

EPAL und Águas de Cascais beproben die Verbraucherzapfstelle, also den Hahn. Águas do Algarve beprobt die Übergabepunkte an die Gemeinden, wo das Wasser noch nicht durch das Ortsnetz gelaufen ist; bis zum Hahn können sich Chlorgehalt und Mikrobiologie noch verändern.

Die Berichte von Águas do Algarve und ARM nennen für die meisten Parameter nur Minimum und Maximum, keinen Mittelwert.

Was sich für Porto und die Azoren nicht belegen ließ

Für Porto liegen keine Messwerte vor. Belegt ist, dass der dortige Versorger Quartalsberichte veröffentlicht; welche Werte darin stehen, ließ sich nicht sichern, weil die Seiten für automatisierte Abrufe gesperrt sind.

Für Ponta Delgada gilt Ähnliches: Die ERSARA veröffentlicht für die Azoren Einhaltungsquoten je Gemeinde, aber keine Parametertabellen. Aus diesen Quoten stammt der einzige belegte Vorbehalt dieser Seite. Santa Cruz da Graciosa auf der Insel Graciosa lag 2023 mit 89,54 Prozent als einzige Azoren-Gemeinde unter dem Referenzwert von 95 Prozent; beanstandet wurden überwiegend mikrobiologische und chemische Parameter. Für denselben Berichtszeitraum hält der Regionalbericht ausdrücklich fest, dass die Gesundheitsbehörden keine Verbrauchseinschränkungen ausgesprochen haben.

Zu Meerwasserentsalzung auf Madeira oder den Azoren, zu Arsen vulkanischen Ursprungs, zu Nitrat in Agrarregionen fand sich kein Behörden- oder Versorgerbeleg. Die Nitratwerte, die vorliegen, sind unauffällig niedrig: von 0,9 mg/l in Faro bis 4,2 mg/l in Portimão.

Hotel, Ferienwohnung und die Leitung dahinter

Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss, in Portugal wie in Deutschland. Was danach kommt, ist Sache des Eigentümers, und dazu sagt keine Analyse eines Wasserwerks etwas. In Ferienwohnungen und selten belegten Hotelzimmern kommt hinzu, dass Leitungen wochenlang kaum benutzt werden. Praktisch heißt das drei Dinge:

  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Aus warmem Wasser lösen sich Metalle der Installation leichter.
  • Bei Verdacht auf alte Bleileitungen im Gebäude hilft nur eine Probe am Hahn selbst. Worauf es dabei ankommt, steht in unserem Ratgeber zu Bleileitungen in Altbauten.

Wer an der Algarve mit dem Camper unterwegs ist, hat den Tank als dritte Station zwischen Wasserwerk und Glas. Er wird an wechselnden Stellen befüllt und steht bei portugiesischen Sommertemperaturen still — für diesen Fall gibt es Filter für Wohnmobil und Camping.

Wo es Einschränkungen gibt

1 belegt
  • Santa Cruz da Graciosa, Insel Graciosa (Azoren) Überschreitung
    Einzige Gemeinde der Azoren unter dem Referenzwert von 95 %: Indikator "Água Segura" 2023 bei 89,54 %, Beanstandungen überwiegend bei mikrobiologischen und chemischen Parametern. Weitere Gemeinden unter dem 99-%-Ziel: Madalena 96,56 %, Praia da Vitória 97,22 %, Vila Franca do Campo 97,74 %, São Roque do Pico 98,17 %.
    Quelle

Aufgeführt ist nur, was eine Behörde oder ein Versorger selbst veröffentlicht hat. Was in Reiseforen und Ratgebern über einzelne Regionen kursiert, steht hier nicht — nicht weil es falsch sein muss, sondern weil sich dafür keine Quelle findet.

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Portugal bedenkenlos trinken?

Ja. Portugal setzt die Richtlinie (EU) 2020/2184 mit dem Decreto-Lei n.º 69/2023 um, und alle sieben von uns ausgewerteten Versorgerberichte weisen die Grenzwerte als eingehalten aus. Aufsicht führt die ERSAR.

Der Vorbehalt betrifft nicht das Netz, sondern das Gebäude: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss. In Ferienwohnungen und Hotelzimmern, die länger leer standen, lassen Sie das Wasser vor der ersten Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.

Wie hart ist das Wasser in Portugal?

Einen Landeswert für die Wasserhärte gibt es nicht, aber in allen sieben ausgewerteten Orten ist das Wasser weich. Die Werte reichen von 1,46 °dH in Funchal bis 7,28 °dH in Portimão. Der deutsche Härtebereich mittel beginnt bei 8,4 °dH — den erreicht keiner dieser Orte.

Für die Waschmaschine heißt das: Dosierung nach der weichsten Stufe auf der Packung. Wasserkocher und Kaffeemaschine verkalken bei diesen Werten kaum.

Woher kommt das Trinkwasser in Portugal?

Überwiegend aus Oberflächenwasser. Portugal hat nur überschaubare Grundwasservorräte, deshalb speisen sich die Versorgungssysteme vor allem aus Flüssen, Seen, Stauseen und angelegten Reservoirs.

Auf den Inseln sieht es anders aus: Für Funchal auf Madeira weist ARM sehr gering mineralisiertes Quell- und Galeriewasser aus, mit 5,3 mg/l Calcium, 3,0 mg/l Magnesium und einer Leitfähigkeit zwischen 80 und 119 µS/cm. Zuständig ist je Ort ein eigener Versorger — EPAL in Lissabon, Águas de Cascais in Cascais, Águas do Algarve an der Algarve, ARM auf Madeira.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Portugal trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, wenn es die geltenden Grenzwerte einhält — das weisen die sieben ausgewerteten Berichte aus. Die Nitratwerte sind dabei unauffällig niedrig: 0,9 mg/l in Faro, 2,16 mg/l in Lissabon, 4,2 mg/l in Portimão.

Zwei Punkte betreffen nicht den Versorger, sondern die Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und verwenden Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf alte Bleileitungen im Gebäude hilft nur eine Probe am Hahn selbst.

Bekommt man von Leitungswasser in Portugal Durchfall?

Dafür geben die ausgewerteten Daten nichts her. Die Berichte der sieben Versorger weisen die Grenzwerte als eingehalten aus, und der Regionalbericht der Azoren hält für seinen Berichtszeitraum ausdrücklich fest, dass die Gesundheitsbehörden keine Verbrauchseinschränkungen ausgesprochen haben.

Wo eine Behörde eine Einschränkung ausspricht, wird sie veröffentlicht. Solche Meldungen stehen tagesaktuell beim Versorger und bei der Gesundheitsbehörde, nicht auf dieser Seite. Belegt ist für Portugal derzeit ein einziger Vorbehalt, und der betrifft Santa Cruz da Graciosa auf den Azoren.

Wie ist das Leitungswasser in Lissabon?

Weich und deutlich gechlort. EPAL misst für Juni 2025 eine Härte von 3,51 °dH, 19 mg/l Calcium, 3,68 mg/l Magnesium, 11,5 mg/l Natrium, 2,16 mg/l Nitrat, 14,7 mg/l Chlorid und 25,8 mg/l Sulfat, bei einem pH-Wert von 8,18 und einer Leitfähigkeit von 287 µS/cm.

Das freie Chlor liegt im Mittel bei 0,88 mg/l — das ist der Wert, der den Chlorgeschmack erklärt. EPAL beprobt dabei die Verbraucherzapfstelle, also den Hahn, und nicht nur den Ausgang des Wasserwerks.

Wie ist das Leitungswasser in Porto?

Dazu gibt es keine belegte Angabe. Belegt ist, dass der Portoer Versorger Quartalsberichte veröffentlicht — welche Werte darin stehen, ließ sich im Rahmen dieser Erhebung nicht sichern, weil die Seiten für automatisierte Abrufe gesperrt sind.

Deshalb steht für Porto in unserer Tabelle nichts. Die Werte anderer portugiesischer Orte lassen sich nicht übertragen: Zwischen Funchal mit 1,46 °dH und Portimão mit 7,28 °dH liegen Welten, und die Versorgungsgebiete haben nichts miteinander zu tun.

Passend zu diesen Werten

Weiterlesen

Grenzwerte eingehalten heißt nicht: bestmögliches Wasser

Die Richtlinie (EU) 2020/2184 regelt rund fünfzig Stoffe, und die Länder dieser Seite halten sie ein. Im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende — Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Für die meisten gibt es weder einen Parameterwert noch eine Routineuntersuchung, in keinem Mitgliedstaat. Was aus der Leitung kommt, ist überall ein Kompromiss aus technisch Machbarem, wirtschaftlich Vertretbarem und rechtlich Gefordertem. Das ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Für den Urlaub folgt daraus wenig: Wo eine Behörde die Trinkbarkeit bestätigt, ist das Wasser trinkbar, und Flaschenwasser zu kaufen löst kein Qualitätsproblem, sondern ein Geschmacks- oder Gewohnheitsproblem. Was bleibt, ist die Frage für zu Hause.

Wer dort mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle.

Passenden Filter finden

Oder zuerst nachsehen, was zu Hause aus der Leitung kommt: