Trinkwasser in Lübeck: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Lübeck

11,116,3 °dH

mittel bis hart

Das Trinkwasser in Lübeck hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Stadtwerke Lübeck geben die Gesamthärte im Netzquerschnitt mit 11,1 bis 16,3 °dH an — eine Spanne, die vom Härtebereich mittel bis in den Bereich hart reicht. Kein Messwert in Lübeck erreicht die Hälfte seines Grenzwerts.

Die Besonderheit ist die Spanne selbst: Vier Gewinnungen arbeiten auf ein Netz, drei eigene Grundwasserwerke und ein Bezug aus Hamburg. Deshalb veröffentlichen die Stadtwerke Schwankungsbereiche statt Jahresmittel.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Waschmittel

mittel bis hart

Auf der Packung die Dosierung für „mittel bis hart“ nehmen.

Kalk

sichtbar

In Wasserkocher, Kaffeemaschine und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Werte auf einen Blick

14

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

0

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Lübeck nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Lübeck (SWHL).

ParameterNetzquerschnitt Lübeck (Grundwasserwerke Kleinensee, Klein Disnack, Vorwerk sowie Bezug SDS Roggenhorst / Hamburger Wasserwerke) Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH11,1–16,3Mineralstoff
Calciummg/l75–110Mineralstoff
Magnesiummg/l6–10,6Mineralstoff
Kaliummg/l1,4–2,8Mineralstoff
Natriummg/l10,6–27,5200 bis 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l–2,050 bis 4 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,010,5 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l19,0–64,8250 bis 26 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l17,0–37,9250 bis 15 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Hydrogencarbonatmg/l–321Mineralstoff
Fluoridmg/l–0,171,5 bis 11 % des Grenzwerts
pH-Wert7,3–7,66,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm448–7212790 bis 26 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<110 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l–0,022 bis 1 % des Grenzwerts
Nickelµg/l–320 bis 15 % des Grenzwerts
Uranµg/l<0,510 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<110 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l<0,0010,1 unter Bestimmungsgrenze
Pestizide gesamtµg/l<0,10,5 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Netzquerschnitt Lübeck (Grundwasserwerke Kleinensee, Klein Disnack, Vorwerk sowie Bezug SDS Roggenhorst / Hamburger Wasserwerke), Trinkwasserqualität Lübeck 2026, Stand August 2026

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Fünf Werte stehen in der Quelle nur als offene Obergrenze – etwa Nitrat „bis 2,0 mg/l“ oder Hydrogencarbonat „bis 321 mg/l“ – ohne genannte Untergrenze; deshalb bleibt sie auch hier offen.

Die Quelle selbst bezeichnet das Lübecker Wasser pauschal als hart – die veröffentlichte Spanne von 11,1 bis 16,3 °dH reicht aber über die gesetzliche Grenze von 14,0 °dH hinweg, deshalb steht hier „mittel bis hart“.

Die Analyse weist die Summe PFAS-20 aus, nicht die erst ab 2028 geltende Summe PFAS-4. Zusätzlich veröffentlicht, aber hier nicht in der Tabelle, sind Cadmium unter 0,0002 mg/l und Chrom unter 0,0018 mg/l.

16,3 °dH sind Kalk — und Kalk ist nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 20 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Mit dem Trinkwasser haben diese Gewässer heute nichts mehr zu tun. Früher schon: Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Versorgung grundlegend modernisiert, und noch einmal achtzig Jahre später, 1972, ging das Grundwasserwerk Kleinensee in Betrieb.

Seitdem kommt das Lübecker Trinkwasser aus der Tiefe statt von der Oberfläche. Die drei Grundwasserwerke Kleinensee, Klein Disnack und Vorwerk fördern aus bis zu 160 Metern, dazu bezieht Lübeck Wasser der Hamburger Wasserwerke über die Station SDS Roggenhorst. Das erklärt beides: warum die Messwerte so niedrig ausfallen — und warum die Stadtwerke Lübeck für die Wasserhärte keine einzelne Zahl nennen, sondern eine Spanne.

Wie hart ist das Wasser in Lübeck?

Die Gesamthärte liegt zwischen 11,1 und 16,3 °dH. Diese Spanne ist der eigentliche Befund, denn sie läuft quer über eine gesetzliche Grenze: Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz kennt drei Bereiche — weich unter 8,4 °dH, mittel von 8,4 bis 14,0 und hart darüber. Lübecker Wasser beginnt also im Bereich mittel und endet im Bereich hart.

Warum eine Spanne und kein Jahresmittel? Weil vier Gewinnungen auf ein Netz arbeiten und ihre Anteile wechseln. Die Stadtwerke veröffentlichen für den Netzquerschnitt fast durchgängig Schwankungsbereiche statt Mittelwerte, und das ist die ehrlichere Angabe. Ein gemittelter Wert von 13 oder 14 °dH würde eine Genauigkeit vortäuschen, die es an keiner Lübecker Zapfstelle gibt. Dieselbe Schwankung zeigen die Bausteine der Härte: Calcium zwischen 75 und 110 mg/l, Magnesium zwischen 6 und 10,6 mg/l.

Praktisch heißt das, mit der Obergrenze zu rechnen. Für Wasserkocher, Spülmaschine und Kaffeemaschine gilt dasselbe: Bei 16 °dH setzt Kalk deutlich schneller an als bei 11, und regelmäßiges Entkalken bringt hier mehr als jede Sparfunktion am Gerät. Gesundheitlich ist Härte dagegen kein Thema — Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe, die der Körper braucht und nicht selbst herstellen kann.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Lübeck auf Rang 88 — härter als 63 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Lübeck · 16,3 °dH

Woher das Lübecker Trinkwasser kommt

Aus drei eigenen Grundwasserwerken und einem Bezug aus Hamburg. Kleinensee, Klein Disnack und Vorwerk fördern Grundwasser aus bis zu 160 Metern Tiefe; nach der Zugabe von reinem Sauerstoff und dem Weg über die Filteranlagen gelangt es ins Netz. Den vierten Anteil liefern die Hamburger Wasserwerke über die SDS Roggenhorst. Das Datenblatt der Stadtwerke bezeichnet seine Werte deshalb ausdrücklich als „Querschnitt aus unserem Netz und der SDS Roggenhorst“ — es gilt für das gesamte Versorgungsgebiet, nicht für einen einzelnen Stadtteil.

Geschützt sind die Gewinnungsgebiete durch Wasserschutzzonen der Kategorien I bis III rund um Brunnen und Wasserwerke; die Einrichtung des Wasserschutzgebiets „Trave-Südost“ steht noch im Raum. Woher das Trinkwasser kommt, entscheidet in Lübeck über beides — über die Härte und über die Nitratwerte.

Kontrolliert wird laufend: im Labor der Stadtwerke Lübeck nahezu täglich, dazu kommen die gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen durch zertifizierte externe Labore. Das Datenblatt „Trinkwasserqualität Lübeck 2026“ führt 67 untersuchte Parameter auf.

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Sulfat ist mit 26 % des Indikatorwerts der höchste Wert

Das ist der zweite Befund dieser Seite, und er ist eindeutig. Keiner der veröffentlichten Parameter kommt in die Nähe dessen, was die Trinkwasserverordnung zulässt:

Langweilig ist das nicht, sondern erklärungsbedürftig. Nitrat unter 2 mg/l ist in einem Bundesland mit intensiver Landwirtschaft keine Selbstverständlichkeit: Der Grund für den niedrigen Lübecker Wert steht weiter oben. Wasser, das aus bis zu 160 Metern gefördert wird, hat für diesen Weg sehr lange gebraucht, und was heute auf den Feldern ausgebracht wird, erreicht solche Schichten nicht oder erst in ferner Zukunft. Die Wasserschutzzonen tun ihr Übriges.

Bei Blei, Uran und Arsen steht in der Analyse kein Messwert, sondern eine Bestimmungsgrenze: unter 1, unter 0,5, unter 1 µg/l. Das Labor sagt damit nicht „null“, sondern „mit diesem Verfahren nicht nachweisbar“. Dasselbe gilt für die Summe der Pestizide, angegeben mit unter 0,1 µg/l bei einem Grenzwert von 0,5 µg/l für die Summe. Der pH-Wert bewegt sich zwischen 7,3 und 7,6, die elektrische Leitfähigkeit zwischen 448 und 721 µS/cm — beides unauffällig und beides so schwankend wie die Härte.

Was 11,1 bis 16,3 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der Stadtwerke Lübeck endet am Hausanschluss. Was danach passiert, liegt beim Eigentümer oder Vermieter — und darüber kann keine Analyse des Wasserwerks Auskunft geben. Alte oder beschädigte Leitungen, selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht, Biofilme, gelöste Metalle aus Armaturen: All das entsteht hinter der Übergabestelle.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Der einfachste Handgriff, und er kostet nichts.
  • Kein Wasser aus der Warmwasserleitung zum Trinken oder Kochen nehmen. Dort lösen sich Metalle leichter, und dort vermehren sich Keime, die im kalten Netz keine Rolle spielen.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen in Altbauten — in einer Stadt mit so viel alter Bausubstanz wie Lübeck nicht ausgeschlossen — eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Das ist der eine Fall, in dem eine eigene Analyse wirklich etwas beiträgt.

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Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Lübeck bedenkenlos trinken?

Ja. Das Datenblatt der Stadtwerke Lübeck für 2026 umfasst 67 untersuchte Parameter, und kein einziger erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Der Vorbehalt, der überall gilt, gilt auch in Lübeck: Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Was danach kommt — Leitungen, Armaturen, Standzeiten —, verantwortet der Eigentümer oder Vermieter. Lassen Sie Wasser, das mehrere Stunden in der Leitung stand, kurz ablaufen, bevor Sie es trinken oder zum Kochen nehmen.

Wie hart ist das Wasser in Lübeck?

Zwischen 11,1 und 16,3 °dH. Die Stadtwerke Lübeck geben für den Netzquerschnitt keine einzelne Zahl an, sondern diesen Schwankungsbereich; zusätzlich weist die Quelle 2,12 bis 3,15 mmol/l aus.

Die Spanne überschreitet die gesetzliche Grenze von 14,0 °dH, ab der Wasser als hart gilt. Je nachdem, welche Mischung aus den vier Gewinnungen gerade im Netz steht, liegt Lübecker Wasser im Härtebereich mittel oder im Härtebereich hart.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Lübeck trinken?

Ja, Lübecker Leitungswasser eignet sich auch für die Zubereitung von Säuglingsnahrung. Nitrat liegt bei bis zu 2,0 mg/l gegenüber einem Grenzwert von 50 mg/l, Blei, Uran und Arsen sind nicht nachweisbar.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Woher kommt das Trinkwasser in Lübeck?

Aus drei eigenen Grundwasserwerken und einem Bezug aus Hamburg. Kleinensee, Klein Disnack und Vorwerk fördern Grundwasser aus bis zu 160 Metern Tiefe; nach der Zugabe von reinem Sauerstoff und der Filtration geht es ins Netz.

Den vierten Anteil liefern die Hamburger Wasserwerke über die Station SDS Roggenhorst. Das älteste der drei Werke, Kleinensee, ging 1972 in Betrieb. Zum Schutz der Gewinnung liegen um Brunnen und Wasserwerke Wasserschutzzonen der Kategorien I bis III.

Ist das Wasser in allen Lübecker Stadtteilen gleich?

Getrennte Analysen je Stadtteil veröffentlichen die Stadtwerke Lübeck nicht. Das Datenblatt 2026 beschreibt ausdrücklich einen Querschnitt durch das gesamte Netz einschließlich des Hamburger Anteils aus der SDS Roggenhorst.

Unterschiede gibt es trotzdem, und die Spanne von 11,1 bis 16,3 °dH bildet sie ab: Welches Wasserwerk gerade wie viel einspeist, hängt von Verbrauch und Betriebssituation ab und ändert sich im Jahresverlauf. Wer einen Wert für eine bestimmte Adresse braucht, fragt am besten direkt bei den Stadtwerken nach.

Ist im Lübecker Trinkwasser Chlor?

Dauerhaft nicht. In Deutschland wird Trinkwasser in der Regel nur anlassbezogen desinfiziert, etwa nach Rohrbrüchen, Bauarbeiten am Netz oder mikrobiologischen Befunden, und dann zeitlich befristet.

Ob in Ihrem Versorgungsbereich gerade desinfiziert wird, steht nicht auf dieser Seite, sondern bei den Stadtwerken Lübeck und beim Gesundheitsamt — dort wird es tagesaktuell gepflegt. Ein wahrnehmbarer Chlorgeruch verfliegt weitgehend, wenn das Wasser offen eine Weile steht.

Wer ist bei einer Störung der Wasserversorgung in Lübeck zuständig?

Die Stadtwerke Lübeck, solange die Störung im öffentlichen Netz liegt. Die Störungsannahme ist rund um die Uhr unter 0800 399-399-6 erreichbar, zuständig sind die Entstördienste für Trinkwasser, für Siele und für Druckentwässerungsanlagen.

Hinter dem Hausanschluss endet diese Zuständigkeit. Verfärbtes Wasser nur an einer einzelnen Zapfstelle, Druckverlust in einer Wohnung oder ein Leck in der Hausinstallation sind Sache des Eigentümers oder Vermieters und damit ein Fall für einen Installationsbetrieb.