Trinkwasser in Konstanz: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Konstanz

8,96 °dH

mittel

Das Trinkwasser in Konstanz hat eine Härte von 8,96 °dH und fällt damit knapp in den Härtebereich mittel. Konstanz bezieht sein Trinkwasser vollständig aus dem Bodensee. Kein einziger der 72 untersuchten Parameter erreicht auch nur die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Die Besonderheit: Das gesamte Netz mit Vororten, Insel Reichenau und Mainau wird aus einer einzigen Anlage gespeist, dem Seewasserwerk Konstanz-Staad. Entnommen wird rund 700 Meter vor dem Ufer aus etwa 40 Metern Tiefe.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

8,96°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 1,6.

Waschmittel

mittel

Auf der Packung die Dosierung für „mittel“ nehmen.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Seewasserwerk Konstanz-Staad – Probenahme 'Friedrich III / nach Aufbereitung'; versorgt Konstanz, Vororte, Insel Reichenau und Mainau
8,96
°dH · mittel
gesamtes Versorgungsgebiet: Konstanz mit Vororten, Insel Reichenau und Mainau; Entnahme aus dem Überlinger See

Die Werte auf einen Blick

7

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

7

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Konstanz nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Konstanz GmbH.

ParameterSeewasserwerk Konstanz-Staad – Probenahme 'Friedrich III / nach Aufbereitung'; versorgt Konstanz, Vororte, Insel Reichenau und Mainau Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH8,96Mineralstoff
Calciummg/l50,0Mineralstoff
Magnesiummg/l8,5Mineralstoff
Kaliummg/l1,4Mineralstoff
Natriummg/l5,6200 3 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l3,450 7 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l34250 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l7,1250 3 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert8,146,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm3272790 12 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Uranµg/l1,110 11 % des Grenzwerts
Summe PFAS-20µg/l0,00290,1 3 % des Grenzwerts

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Seewasserwerk Konstanz-Staad – Probenahme 'Friedrich III / nach Aufbereitung'; versorgt Konstanz, Vororte, Insel Reichenau und Mainau, Probenahme 03.02.2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Für die Summe der Pestizide (8 Parameter) weist der Prüfbericht keinen Zahlenwert aus, nur die Fußnote „(n. b.)". Deshalb erscheint hier kein Wert.

Uran und die Summe PFAS-20 stehen im Prüfbericht in mg/l; in der Tabelle sind sie in µg/l umgerechnet.

Die Werte sind in Ordnung — sie beschreiben nur nicht Ihr Glas

Sie gelten für das Wasser, das die Stadtwerke Konstanz bis zum Hausanschluss liefert. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 12 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Vom Seewasserwerk in Staad aus wird mehr versorgt als die Stadt selbst: die Vororte, die Insel Reichenau und die Mainau hängen am selben Netz. Reichenau ist Welterbe der UNESCO und zugleich die bekannteste Gemüseinsel Deutschlands, Freiland und Gewächshäuser dicht an dicht auf wenigen Quadratkilometern.

Genau da wird das Konstanzer Trinkwasser interessant. Ein Versorgungsgebiet mit dieser Landwirtschaft müsste in der Nitratzeile auffallen. Es tut es nicht: 3,4 mg/l bei einem Grenzwert von 50. Der Grund ist einfach und für Konstanz typisch — das Wasser kommt nicht von unter den Feldern, sondern von draußen aus dem See, rund 700 Meter vom Ufer und aus etwa 40 Metern Tiefe. Nicht das Gestein bestimmt hier die Zusammensetzung, sondern das Volumen des Bodensees.

Sulfat ist mit 14 % des Indikatorwerts der höchste Wert

Langweilig ist das nur, wenn man Messwerte für Selbstzweck hält. Tatsächlich steht in diesem flachen Profil, woher das Wasser stammt. Grundwasser aus einem landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet liegt beim Nitrat regelmäßig im zweistelligen Bereich, und eine Karstquelle reagiert auf Starkregen binnen Tagen. Der Bodensee reagiert in Jahren. Was am 3. Februar 2025 gemessen wurde, sieht ein halbes Jahr später ähnlich aus — Trägheit ist bei einem Wasserkörper dieser Größe eine Eigenschaft, keine Schwäche.

Die zweite Folge sieht man an der Aufbereitung: Sie bleibt klein. Es braucht keine Entsäuerung, keine Enteisenung, keine Nitratentfernung — Verfahrensstufen, die anderswo nötig sind, damit ein Rohwasser überhaupt Trinkwasser wird. In Konstanz ist das Rohwasser schon fast das Endprodukt.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Konstanz auf Rang 193 — weicher als 82 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Konstanz · 8,96 °dH

Wie hart ist das Wasser in Konstanz?

Die Zahl lässt sich nachrechnen: 50,0 mg/l Calcium und 8,5 mg/l Magnesium ergeben zusammen exakt 8,96 °dH. In Konstanz kursieren allerdings mehrere Werte. Die Stadtwerke nennen auf ihrer Qualitätsseite gerundet 9,17 °dH aus einer anderen Probe, ältere Beiträge sprechen von 9,0. Alle drei Zahlen liegen im selben Härtebereich, und für Waschmittel oder Entkalkung macht der Unterschied nichts aus.

Woher das Konstanzer Trinkwasser kommt

Aus einer einzigen Anlage: dem Seewasserwerk in Konstanz-Staad. Es gibt in Konstanz keine zweite Versorgungszone, keinen Mischbetrieb, keine Fremdbezüge im Normalbetrieb. Stadt, Vororte, Reichenau und Mainau bekommen dasselbe Wasser aus demselben Rohr — und das ist bei Städten dieser Größe eher die Ausnahme als die Regel.

Diese Tiefe ist kein Zufall: Dort unten ist das Wasser ganzjährig kalt, dunkel und weitgehend frei von Algen — die Schicht, in der sich Plankton entwickelt, liegt darüber. Nach Mikrofilter und Sandfilter wird mit Ozon desinfiziert. Die Probe, auf der diese Seite beruht, wurde am Punkt „Friedrich III" nach der Aufbereitung gezogen und von der Eurofins Institut Jäger GmbH untersucht.

Wasserschutzgebiete im üblichen Sinn gibt es in Konstanz nicht — es gibt an Land nichts zu schützen, weil unter Land nichts gefördert wird. Der Schutz liegt im See selbst, der rund um die Entnahmestellen in Zonen eingeteilt ist, in denen alles untersagt ist, was die Wasserqualität beeinträchtigen könnte.

Eine Konstanzer Eigenheit ist die Absicherung nach außen: Mit der Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen besteht ein Abkommen, nach dem sich beide Städte im Notfall gegenseitig mit Trinkwasser versorgen. Gebraucht wurde es bisher nicht. Eine Notverbundleitung über eine Staatsgrenze hinweg hat trotzdem nicht jede Stadt.

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Was 8,96 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der Stadtwerke endet am Hausanschluss. Was danach kommt, verantwortet der Eigentümer oder Vermieter — und darüber sagt keine Analyse des Wasserwerks etwas aus. Das erklärt auch, warum im Konstanzer Prüfbericht Blei, Kupfer und Nickel gar nicht auftauchen: Die Probe wird am Werk gezogen, dort gibt es diese Metalle nicht. Sie gelangen, wenn überhaupt, erst später ins Wasser, aus alten Leitungen und Armaturen. Das ist keine Lücke im Bericht, sondern eine Frage des Probenahmeorts.

Drei Handgriffe decken den größten Teil dessen ab, was Sie selbst beeinflussen können:

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Der einfachste und wirksamste Schritt, und er kostet nichts.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen. In der Warmwasserleitung lösen sich Metalle leichter, und die Temperaturen dort begünstigen mikrobiologisches Wachstum. Kaltwasser aufsetzen und erhitzen, nicht umgekehrt.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen — in Häusern, die vor 1973 gebaut wurden, nicht ausgeschlossen — lohnt eine eigene Probe am Hahn. Nur dafür ist eine Analyse wirklich aussagekräftig, weil die Versorgeranalyse dazu nichts sagen kann. Woran Bleileitungen in Altbauten zu erkennen sind, steht im verlinkten Beitrag.

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  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Konstanz bedenkenlos trinken?

Ja. Der Prüfbericht vom 3. Februar 2025 umfasst 72 Parameter, und keiner davon erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Das ist ein größerer Abstand, als er in deutschen Städten üblich ist.

Der übliche Vorbehalt gilt in Konstanz wie überall: Die Verantwortung der Stadtwerke endet am Hausanschluss, danach liegt sie beim Eigentümer. Lassen Sie Wasser, das lange in der Leitung stand, kurz ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.

Wie hart ist das Wasser in Konstanz?

8,96 °dH, Härtebereich mittel. Die Grenze zum Bereich weich liegt bei 8,4 °dH — Konstanz liegt gut einen halben Grad darüber.

Weil es nur eine Versorgungszone gibt, gilt dieser Wert im gesamten Netz. Auf der Qualitätsseite der Stadtwerke steht gerundet 9,17 °dH aus einer anderen Probe; beide Zahlen liegen im selben Härtebereich.

Woher kommt das Trinkwasser in Konstanz?

Vollständig aus dem Bodensee, genauer aus dem Überlinger See. Das Seewasserwerk in Konstanz-Staad entnimmt rund 700 Meter vor dem Ufer aus etwa 40 Metern Tiefe.

Aufbereitet wird mit Mikrofilter und Sandfilter, die Plankton zurückhalten, anschließend folgt eine Desinfektion mit Ozon. Grundwasser oder Quellwasser spielen in Konstanz keine Rolle.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Konstanz trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Konstanzer Leitungswasser geeignet. Der Nitratwert liegt bei 3,4 mg/l gegenüber einem Grenzwert von 50 mg/l, Uran bei 1,1 µg/l gegenüber 10 µg/l. Beide Parameter sind es, auf die es bei Säuglingen besonders ankommt.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist das Wasser auf der Reichenau und der Mainau dasselbe wie in der Stadt?

Ja, es ist identisch. Insel Reichenau und Mainau hängen zusammen mit der Kernstadt und den Vororten am Seewasserwerk Staad — Konstanz hat keine zweite Versorgungszone und keinen Mischbetrieb.

Für die Reichenau ist das bemerkenswert, weil dort auf engem Raum intensiv Gemüse angebaut wird. Das Trinkwasser stammt aber nicht aus dem Untergrund der Insel, sondern aus 40 Metern Seetiefe.

Ist im Konstanzer Trinkwasser Chlor?

Im Normalbetrieb nicht. Die Stadtwerke Konstanz desinfizieren mit Ozon, das im Wasserwerk zerfällt und keinen dauerhaften Rückstand hinterlässt. Ein Chlorgeschmack ist in Konstanz deshalb untypisch.

Anders ist es bei Rohrbrüchen, Reparaturen oder mikrobiologischen Befunden: Dann kann ein Versorger vorübergehend chloren und muss das bekannt geben. Solche Meldungen stehen tagesaktuell beim Versorger und beim Gesundheitsamt, nicht auf dieser Seite.

Wen rufe ich an, wenn in Konstanz das Wasser ausfällt oder braun aus dem Hahn kommt?

Die Störungsannahme der Stadtwerke Konstanz unter 07531 8031. Sie ist zuständig für den Entstördienst Trinkwasser, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.

Braunes Wasser nach Arbeiten am Netz ist meist aufgewirbeltes Eisen- oder Manganoxid aus der Leitung. Lassen Sie zuerst einige Minuten ablaufen. Bleibt die Färbung, gehört der Anruf dorthin — und wenn nur eine einzelne Zapfstelle betroffen ist, an den Eigentümer oder Vermieter.