Trinkwasser in Graz: Wasserhärte und Messwerte

Das Leitungswasser in Graz kann man bedenkenlos trinken. Die Wasserhärte in Graz liegt bei 14 bis 18 °dH. Die Holding Graz nennt diese Spanne für das ganze Netz, nicht je Adresse. Eine gesetzliche Härtestufe gibt es in Österreich nicht. Alle Werte halten die Vorgaben der österreichischen Trinkwasserverordnung ein.

Punktwerte für einzelne Stadtteile fehlen. Eine Volluntersuchung gibt es nur vom Vorlieferanten im Hochschwabgebiet: 16,5 °dH am Brunnen VBI 2, gemessen am 22. Mai 2023 im Quellgebiet, nicht im Grazer Netz.

Welches Recht hier gilt

Europäische Grundlage
Richtlinie (EU) 2020/2184
Nationale Umsetzung
Trinkwasserverordnung (TWV), BGBl. II Nr. 304/2001, zuletzt geändert 2024
Zuständige Behörde
Der Landeshauptmann; den jährlichen Trinkwasserbericht gibt das Gesundheitsministerium heraus
Abweichende Grenzwerte
Zwei Werte sind strenger als in der EU-Richtlinie: Uran 15 statt 30 µg/l und Nitrit 0,10 statt 0,50 mg/l. Bei den übrigen verglichenen Werten stimmen Verordnung und Richtlinie überein.
Versorgungsgebiet Stadt Graz (Gesamtnetz, alle Bezugsquellen gemeinsam)
14–18
°dH ·
Bezugsquelle Hochschwab - Zentral-Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH (ZWHS), Brunnen VBI 2
16,5
°dH ·

Zwischen den ausgewerteten Orten liegen 4 °dH. Ein Landeswert für die Wasserhärte existiert nicht — sie wird vor Ort bestimmt, nicht national.

Veröffentlichte Werte nach Ort

2 Orte

Trinkwasserwerte in Graz nach Ort, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quellen je Ort unter der Tabelle.

ParameterVersorgungsgebiet Stadt Graz (Gesamtnetz, alle Bezugsquellen gemeinsam)Bezugsquelle Hochschwab - Zentral-Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH (ZWHS), Brunnen VBI 2 EU-Parameter­wert Einordnung
Gesamthärte°dH14–1816,5 Mineralstoff
Calciummg/l86,3 Mineralstoff
Magnesiummg/l19,1 Mineralstoff
Kaliummg/l<2 Mineralstoff
Natriummg/l<2200 0 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l3,750 7 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,0050,1 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l132250 53 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l<2250 0 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l0,031,5 2 % des Grenzwerts
pH-Wert7,86,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm4852500 19 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Arsenµg/l<210 unter Bestimmungsgrenze
Bleiµg/l<210 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<115 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus den Veröffentlichungen der jeweiligen Versorger. Versorgungsgebiet Stadt Graz (Gesamtnetz, alle Bezugsquellen gemeinsam), Infoblatt 'Die wichtigsten Analysewerte 2023', veröffentlicht Dezember 2023 · Bezugsquelle Hochschwab - Zentral-Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH (ZWHS), Brunnen VBI 2, Probenahme 22.5.2023

Parameterwerte nach Richtlinie (EU) 2020/2184, Anhang I Teil B und C. Sie weichen an mehreren Stellen von der deutschen Trinkwasserverordnung ab — die Leitfähigkeit etwa gilt hier mit 2500 µS/cm bei 20 °C statt 2790 µS/cm bei 25 °C. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Ortswert. Werte unter der Bestimmungsgrenze werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Versorgungsgebiet Stadt Graz (Gesamtnetz, alle Bezugsquellen gemeinsam): Die Holding Graz veröffentlicht für das Netz nur Bandbreiten. Ihre Website nennt 15 bis 17 °dH, das Infoblatt 14 bis 18 °dH — hier steht die Spanne des Infoblatts.

Bezugsquelle Hochschwab - Zentral-Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH (ZWHS), Brunnen VBI 2: Diese Werte stammen aus einer Untersuchung am Brunnen im Quellgebiet (2023), nicht aus dem Grazer Verteilnetz.

Die Zweiteilung zwischen Bergland und Becken steht auch im Wasserhahn. Einen Teil des Grazer Trinkwassers fördern die Wasserwerke Andritz, Friesach und Feldkirchen aus dem Grundwasser des Grazer Feldes und seines Umlandes. Der andere Teil kommt aus dem Hochschwabgebiet im Norden der Steiermark, wo Wasser aus dem Kalkgebirge gefasst und nach Graz geleitet wird. Beides läuft im selben Netz zusammen — und genau dieser Umstand bestimmt, was sich über das Grazer Wasser überhaupt erfahren lässt. Die Holding Graz veröffentlicht ihre Analysewerte nicht getrennt nach Bezugsquelle, sondern als eine gemeinsame Bandbreite für das gesamte Versorgungsgebiet.

Die Wasserhärte in Graz liegt zwischen 14 und 18 °dH

Ob Sie in Andritz wohnen oder in Liebenau: Dieselbe Spanne steht für beide Adressen, weil die Holding Graz keine feineren Werte veröffentlicht.

Die Einteilung in weich, mittel und hart nach § 9 des deutschen Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes ist deutsches Recht und gilt in Österreich nicht; österreichische Versorger geben die Härte zwar in deutschen Härtegraden an, aber ohne gesetzliche Stufe dahinter.

Die Härte stammt aus Calcium und Magnesium, und beide nennt das Infoblatt ebenfalls als Bandbreite: 70 bis 90 mg/l Calcium, 15 bis 21 mg/l Magnesium. Rechnet man daraus die Härte zurück, ergeben sich 13,26 °dH an der Untergrenze und 17,44 °dH an der Obergrenze, also 0,74 beziehungsweise 0,56 °dH weniger als veröffentlicht. Das ist weder ein Fehler in der Quelle noch einer in unserer Tabelle: Bei Bandbreiten müssen die Ober- und Untergrenzen der einzelnen Parameter nicht aus derselben Probe stammen.

Was die Holding Graz veröffentlicht

Ein Infoblatt mit dem Titel „Die wichtigsten Analysewerte 2023", erschienen im Dezember 2023. Pestizide führt das Blatt als „nicht nachweisbar", ohne die Bestimmungsgrenze zu nennen, auf die sich dieser Satz bezieht.

Nicht enthalten sind Nitrit, Hydrogencarbonat, die elektrische Leitfähigkeit, Blei, Kupfer, Nickel, Uran, Arsen und PFAS. Ein Probenahmedatum nennt das Blatt nicht, nur das Jahr. Für alles, was darüber hinausgeht, verweist die Holding Graz auf eine Anfrage per E-Mail beim Wasserlabor.

Woher das Grazer Trinkwasser kommt

An der Versorgung des Einzugsgebiets ist neben der Holding Graz auch der Wasserverband Grazerfeld Südost und Umland Graz beteiligt. Wie Trinkwasser überhaupt bis in die Leitung kommt, haben wir an anderer Stelle ausführlicher beschrieben.

Der einzige Einzelbefund stammt aus dem Quellgebiet, nicht aus dem Netz

Für eine der beiden Bezugsrichtungen gibt es doch eine vollständige Analyse — allerdings nicht aus Graz. Der hier gezeigte stammt vom Brunnen VBI 2 im Quellgebiet Hochschwab Süd bei St. Ilgen und Thörl, Probenahme am 22. Mai 2023, untersucht vom Wasserlabor der Holding Graz.

Dieser Befund ist eine Messung beim Vorlieferanten, nicht im Grazer Verteilnetz. Was in Graz aus dem Hahn kommt, ist eine Mischung, und diese Zahlen beschreiben nur einen ihrer Bestandteile.

Ein Wert fällt aus dem Rahmen: 132 mg/l Sulfat. Die Bandbreite für das Grazer Netz endet bei 75 mg/l, also deutlich darunter. Das spricht dafür, dass sich das Hochschwabwasser im Netz mit dem Wasser aus dem Grazer Feld mischt und dabei verdünnt wird.

In Graz gilt nicht die deutsche Trinkwasserverordnung

In Österreich gilt die österreichische Trinkwasserverordnung (TWV), die ihrerseits die Richtlinie (EU) 2020/2184 umsetzt. An zwei Stellen ist sie strenger als die europäische Vorgabe:

  • Uran — 15 µg/l nach der TWV gegenüber 30 µg/l in der EU-Richtlinie; die deutsche Trinkwasserverordnung nennt 10 µg/l. Anmerkung 20 der TWV erlaubt der zuständigen Behörde, in Regionen mit geologisch bedingt hohen Urangehalten im Grundwasser bis zu 30 µg/l zu akzeptieren.
  • Nitrit — 0,10 mg/l nach der TWV gegenüber 0,50 mg/l in der EU-Richtlinie.

Für das Grazer Netz nennt das Infoblatt zu beiden Stoffen keinen Wert. Im Befund aus dem Quellgebiet liegt Uran unter 1 µg/l und Nitrit unter 0,005 mg/l. Wer im Netz liest, „laut Trinkwasserverordnung" gelte in Graz dieser oder jener Grenzwert, sollte prüfen, welche Verordnung gemeint ist — beim Uran stehen drei verschiedene Zahlen nebeneinander, und die deutsche ist nicht die österreichische.

Was 14 bis 18 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der Holding Graz endet am Hausanschluss. Was danach kommt, verantwortet die Eigentümerseite, und dazu sagt keine Analyse eines Wasserwerks etwas — erst recht keine, die als Bandbreite für ein ganzes Stadtgebiet veröffentlicht wird.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung gestanden ist, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Metalle lösen sich darin leichter, und der Warmwasserspeicher ist der Ort, an dem sich Legionellen vermehren.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Der Wert unter 2 µg/l stammt aus dem Quellgebiet und sagt nichts über Ihre Hausinstallation.

Wo es Einschränkungen gibt

Amtlich veröffentlichte Einschränkungen gibt es für Graz nicht. Vor Ort gilt die Auskunft des örtlichen Versorgers, im Zweifel die Ihres Gastgebers.

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Graz bedenkenlos trinken?

Ja. Die Werte, die die Holding Graz für das Grazer Versorgungsgebiet veröffentlicht, liegen innerhalb der Parameterwerte der österreichischen Trinkwasserverordnung: Nitrat 5 bis 8 mg/l bei einem Parameterwert von 50 mg/l, Fluorid 0,06 bis 0,10 mg/l bei 1,5 mg/l. Pestizide führt das Infoblatt als nicht nachweisbar.

Der übliche Vorbehalt gilt in Graz wie überall: Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Wasser, das lange in der Hausleitung gestanden ist, lassen Sie vor dem Trinken kurz ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Graz?

Zwischen 14 und 18 °dH. Das ist eine Bandbreite für das gesamte Versorgungsgebiet und kein Messwert für eine bestimmte Adresse — einen Punktwert für Graz veröffentlicht die Holding Graz nicht.

Der einzige Einzelwert, den es gibt, stammt nicht aus dem Stadtgebiet: 16,5 °dH am Brunnen VBI 2 des Vorlieferanten im Hochschwabgebiet. Er liegt innerhalb der Grazer Spanne. Eine gesetzliche Härtestufe gibt es in Österreich nicht.

Ist das Wasser in allen Grazer Stadtteilen gleich?

Aus den veröffentlichten Daten lässt sich das nicht beantworten. Die Holding Graz fasst die Wasserwerke Andritz, Friesach und Feldkirchen und den Hochschwab-Bezug zu einem einzigen Versorgungsgebiet zusammen und nennt dafür eine gemeinsame Bandbreite.

Dass es Unterschiede gibt, legt die Breite der Spanne nahe: Vier Grad deutscher Härte zwischen Unter- und Obergrenze entstehen nicht in einer einzigen Wasserfassung. Welcher Wert an welcher Adresse ankommt, geht aus der Veröffentlichung aber nicht hervor.

Woher kommt das Trinkwasser in Graz?

Aus zwei Richtungen. Die Wasserwerke Andritz, Friesach und Feldkirchen fördern Grundwasser im Grazer Feld und im Umland, dazu kommt der Bezug aus dem angrenzenden Hochschwabgebiet in der nördlichen Steiermark.

Der Hochschwab-Strang läuft über die Zentral-Wasserversorgung Hochschwab Süd, an der die Holding Graz beteiligt ist; ihr Brunnen VBI 2 liegt bei St. Ilgen und Thörl. Welcher Anteil des Grazer Wassers aus welcher Quelle stammt, veröffentlicht die Holding Graz nicht.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Graz trinken?

Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Grazer Leitungswasser geeignet. Nitrat liegt bei 5 bis 8 mg/l und damit weit unter dem Parameterwert von 50 mg/l, Natrium bei 5 bis 10 mg/l, Fluorid bei 0,06 bis 0,10 mg/l.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachkommt, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau hilft nur eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Grazer Leitungswasser Chlor?

Das Infoblatt der Holding Graz weist keinen Wert für freies Chlor aus und auch keines der Desinfektionsnebenprodukte. Belegen lässt sich damit weder, dass im Grazer Netz desinfiziert wird, noch, dass es nicht geschieht.

Ob gerade desinfiziert wird, steht ohnehin nicht in einer Jahresübersicht. Solche Meldungen führt der Versorger tagesaktuell, und dort gehören sie auch hin.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Graz?

An die Holding Graz Wasserwirtschaft. Sie betreibt die Wasserwerke und das Verteilnetz und unterhält einen Entstördienst für die Trinkwasserversorgung; die aktuelle Störungsnummer steht auf der Website des Versorgers und auf Ihrer Rechnung. Im Umland ist zusätzlich der Wasserverband Grazerfeld Südost und Umland Graz beteiligt.

Zuständig ist der Versorger allerdings nur bis zum Hausanschluss. Brauner Erstlauf am Morgen, Druckverlust in einzelnen Wohnungen oder Geruch aus einer selten genutzten Leitung entstehen dahinter — dafür ist die Eigentümerseite gefragt.

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Zwischen 14 und 18 °dH — Kalk ist dabei nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Und welcher der beiden Werte für Sie gilt, ändert daran nichts. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 15 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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