Trinkwasser in Görlitz: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Görlitz

8,612,7 °dH

mittel · 2 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Görlitz hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Stadtwerke Görlitz AG weisen für 2025 zwei Wasserwerke aus: 8,6 °dH im Wasserwerk Görlitz, 12,7 °dH im Wasserwerk Reichenbach. Beide Werte fallen in den Härtebereich mittel, der von 8,4 bis 14,0 °dH reicht.

Zwischen den beiden Görlitzer Wasserwerken liegen gut vier Grad deutscher Härte, und der Unterschied steckt vollständig im Calcium. Kein Messwert der Analysen 2025 erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

12,7°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 2,3. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

mittel

Auf der Packung die Dosierung für „mittel“ nehmen.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Wasserwerk Görlitz
8,6
°dH · mittel
Stadtgebiet Görlitz
Wasserwerk Reichenbach
12,7
°dH · mittel
westliches Versorgungsgebiet der Stadtwerke Görlitz AG; welche Teile der Stadt Görlitz selbst daraus versorgt werden, ist nicht veröffentlicht

Die Werte auf einen Blick

14

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

0

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

2 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Görlitz nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Görlitz AG.

ParameterWasserwerk GörlitzWasserwerk Reichenbach Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH8,612,7Mineralstoff
Calciummg/l44,678,1Mineralstoff
Magnesiummg/l10,47,73Mineralstoff
Kaliummg/l6,762,19Mineralstoff
Natriummg/l37,819,2200 19 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l6,84,050 14 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,01<0,010,5 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l90,7100250 40 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l4025250 16 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l0,230,171,5 15 % des Grenzwerts
pH-Wert7,887,66,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm5282790 19 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<3<0,510 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,0040,0042 0 % des Grenzwerts
Nickelµg/l<2220 10 % des Grenzwerts
Uranµg/l<1<110 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<1<110 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l<0,030,1 unter Bestimmungsgrenze
Pestizide gesamtµg/l<0,1<0,050,5 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Wasserwerk Görlitz, Jahresdurchschnittsanalyse 2025 · Wasserwerk Reichenbach, Jahresdurchschnittsanalyse 2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Für das Wasserwerk Görlitz steht keine elektrische Leitfähigkeit – das Datenblatt nennt an dieser Stelle nur 2.790 µS/cm, den Grenzwert der Trinkwasserverordnung, keinen Messwert. Das Feld bleibt deshalb leer.

Für das Wasserwerk Reichenbach nennt das Datenblatt nur die Summe der vier PFAS, keine Summe der 20 PFAS. Beim Görlitzer Wasserwerk stehen beide Werte.

2 Zonen, eine Grenze: Alle Werte enden am Hausanschluss

Welche Zone Ihre Adresse versorgt, entscheidet über die Zahlen in der Tabelle. Über das, was danach passiert, entscheidet sie nicht: Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen, in keiner der 2 Zonen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 19 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Der Untergrund wechselt auf der kurzen Ost-West-Achse zweimal. Im Norden steht Görlitz auf Lausitzer Grauwacke, im Süden auf Ostlausitzer Granodiorit, dazwischen ragen vulkanische Kuppen aus Basalt und Phonolith auf; die Landeskrone ist die bekannteste. Grauwacke und Granodiorit sind Silikatgesteine. Sie geben ans Grundwasser wenig Calcium ab. Gefördert wird ohnehin nicht aus dem Festgestein, sondern aus dem flachen Grundwasserleiter der Neißeaue — und genau das steht in den Görlitzer Analysewerten.

Woher das Görlitzer Trinkwasser kommt

Aufbereitet wird das Rohwasser im Wasserwerk Görlitz-Weinhübel, das seit 1879 arbeitet, und zwar mehrstufig: Versorgt werden neben Görlitz auch Königshain, Schöpstal und Ostritz-Reichenbach; für jedes dieser Gebiete führen die Stadtwerke ein eigenes Preisblatt. Dass ein Versorger aus der Aue eines Flusses schöpft, ist keine Selbstverständlichkeit — woher das Trinkwasser in Deutschland stammt, hängt stark von der Landschaft ab.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Görlitz auf Rang 146 — weicher als 62 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Görlitz · 12,7 °dH

Warum Görlitz und Reichenbach unterschiedlich hartes Wasser haben

Weil hinter den beiden Wasserwerken zwei verschiedene Grundwasservorkommen liegen. Das Wasserwerk Görlitz kommt auf 8,6 °dH, das Wasserwerk Reichenbach auf 12,7 °dH — beides Härtebereich mittel, aber gut vier Grad deutscher Härte auseinander. Der ganze Unterschied steckt im Calcium: 44,6 mg/l im Görlitzer Wasser gegenüber 78,1 mg/l im Reichenbacher. Beim Magnesium ist es umgekehrt, da liegt Görlitz mit 10,4 mg/l über Reichenbach mit 7,73 mg/l. Das Görlitzer Wasser ist also nicht nur weicher, seine Härte ist auch anders zusammengesetzt.

Woher das Reichenbacher Wasser im Einzelnen stammt, veröffentlichen die Stadtwerke Görlitz nicht.

Und hier endet, was sich belegen lässt. Welcher Görlitzer Stadtteil aus welchem Wasserwerk versorgt wird, steht in keinem öffentlich abrufbaren Dokument. Das Datenblatt des Wasserwerks Görlitz nennt als Gebiet schlicht das Stadtgebiet, das Reichenbacher Werk versorgt den westlichen Teil des Versorgungsgebiets. Wer es für die eigene Adresse genau wissen will, fragt bei den Stadtwerken nach. Praktisch ändert die Antwort wenig: Für Waschmittel, Spülmaschine und das Entkalken von Geräten gilt in beiden Fällen die mittlere Stufe.

Noch ein Punkt zum Nachrechnen: Die Übersichtsseite der Stadtwerke Görlitz nennt andere Zahlen als die Datenblätter, auf denen diese Seite beruht — 8,4 statt 8,6 °dH für das Wasserwerk Görlitz und 11,2 statt 12,7 °dH für Reichenbach. Hier stehen die Jahresdurchschnittsanalysen 2025, weil sie ausführlicher und in sich stimmig sind: Aus den dort veröffentlichten Calcium- und Magnesiumwerten lässt sich die angegebene Gesamthärte nachrechnen, und die Rechnung geht in beiden Werken auf. Die Übersichtsseite fasst offenbar einen anderen Jahrgang zusammen. Am Härtebereich ändert das nichts — beide Zahlenpaare liegen im mittleren Bereich.

Sulfat ist mit 40 % des Indikatorwerts der höchste Wert

Langweilig ist das nur, wenn man Messwerte für die ganze Geschichte hält. Die Stadtwerke Görlitz halten sie offenbar nicht dafür: 2024 kündigten sie an, das Wasserwerk Weinhübel für rund sechs Millionen Euro um eine Aktivkohlestufe zu erweitern, die anthropogene Spurenstoffe zurückhält — Rückstände von Arzneimitteln und Pflanzenschutzmitteln. Die Inbetriebnahme war für 2025 vorgesehen. Arzneimittelrückstände stehen in keiner Grenzwerttabelle der Trinkwasserverordnung, also auch in keiner Analyse und in keiner Tabelle auf dieser Seite. Ein Versorger, der dafür sechs Millionen Euro ausgibt, sagt über den Stand der Dinge mehr als jede eingehaltene Zahl.

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Was hinter dem Hausanschluss in Görlitz passiert

Die Zuständigkeit der Stadtwerke Görlitz endet am Hausanschluss. Alles, was danach kommt — Steigleitungen, Armaturen, der Boiler, selten genutzte Stränge —, gehört dem Eigentümer, und über diesen Teil sagt keine Jahresdurchschnittsanalyse etwas aus. In einer Stadt mit diesem Altbaubestand ist das kein akademischer Punkt: Gründerzeitwohnungen sind in Görlitz die Regel, und mit ihnen alte Hausinstallationen.

  • Abgestandenes Wasser ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. In einer Altbauwohnung mit langer Steigleitung dauert das spürbar länger als in einem Neubau in Königshufen.
  • Kein Warmwasser zum Kochen oder für Tee. Aus warmem Wasser lösen sich Metalle leichter, und im Warmwasser sind Legionellen ein Thema, im Kaltwassernetz nicht.
  • Bei Verdacht auf alte Leitungen eine eigene Probe. Bleileitungen in Altbauten sind der eine Fall, in dem eine Analyse am eigenen Hahn tatsächlich weiterhilft — das Datenblatt des Wasserwerks kann dazu nichts sagen.

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Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorver­bindungen
  • Schwer­metalle
  • Mikro­plastik
  • Pestizide
  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Görlitz bedenkenlos trinken?

Ja. Beide Wasserwerke der Stadtwerke Görlitz AG halten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein, und in den Jahresdurchschnittsanalysen 2025 erreicht kein einziger Wert die Hälfte seiner gesetzlichen Marke.

Der übliche Vorbehalt gilt in Görlitz wie überall: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss, alles danach liegt beim Eigentümer. Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, kurz ablaufen lassen — das ist der wirksamste Handgriff und kostet nichts.

Wie hart ist das Wasser in Görlitz?

8,6 °dH im Versorgungsgebiet des Wasserwerks Görlitz und 12,7 °dH im Gebiet des Wasserwerks Reichenbach. Beide Werte fallen in den Härtebereich mittel, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz von 8,4 bis 14,0 °dH definiert.

Für den Haushalt heißt das: mittlere Stufe beim Waschmittel, Wasserkocher und Kaffeemaschine gelegentlich entkalken, aber nicht wöchentlich. Wer aus einer Region mit weichem Wasser zuzieht, bemerkt die ersten Kalkränder; wer aus Franken oder Schwaben kommt, wird sie kaum wahrnehmen.

Woher kommt das Trinkwasser in Görlitz?

Aus Grundwasser, das im Neißevorland gefasst und im Wasserwerk Görlitz-Weinhübel aufbereitet wird. Seit September 2018 übernimmt das ein Horizontalfilterbrunnen mit vier je 60 Meter langen Filtersträngen in zwölf Metern Tiefe.

Aus der Neiße selbst wird kein Trinkwasser entnommen. Das Gewinnungsgelände liegt in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet. Ein zweites Wasserwerk in Reichenbach deckt den westlichen Teil des Versorgungsgebiets ab; die Stadtwerke Görlitz beliefern außerdem Königshain, Schöpstal und Ostritz-Reichenbach.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Görlitz trinken?

Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Görlitzer Leitungswasser geeignet. Nitrat liegt mit 6,8 mg/l im Wasserwerk Görlitz und 4,0 mg/l im Wasserwerk Reichenbach weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l; Blei, Uran und Arsen sind nicht nachweisbar.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachkommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Bei Verdacht auf alte Bleileitungen im Haus hilft nur eine Probe am eigenen Hahn.

Ist das Wasser in allen Görlitzer Stadtteilen gleich?

Nicht ganz. Die Stadtwerke Görlitz betreiben zwei Wasserwerke mit 8,6 und 12,7 °dH. Welcher Stadtteil aus welchem Werk versorgt wird, veröffentlichen sie nicht — wer es für die eigene Adresse genau wissen möchte, fragt im Kundenbüro nach.

Praktisch ist der Unterschied klein: Beide Werte liegen im Härtebereich mittel, für die Waschmitteldosierung gilt dieselbe Stufe. Deutlicher ist die Spanne beim Calcium, 44,6 gegenüber 78,1 mg/l.