Trinkwasser in Darmstadt: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Darmstadt

19,0 °dH

hart

Das Trinkwasser in Darmstadt hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Gesamthärte liegt bei 19,0 °dH und damit im Härtebereich hart, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz ab 14 °dH definiert. Kein Messwert des Versorgungsgebiets Darmstadt erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Gewonnen wird im Hessischen Ried, aus bis zu 100 Meter tiefen Brunnen. Ein gesonderter Bericht prüfte über 500 organische Einzelstoffe — kein einziger war nachweisbar.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

19,0°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 3,4.

Waschmittel

hart

Auf der Packung die Dosierung für „hart“ nehmen.

Kalk

sichtbar

In Wasserkocher, Kaffeemaschine und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Versorgungsgebiet Darmstadt
19,0
°dH · hart
Darmstadt (alle Stadtteile) sowie Riedstadt, Weiterstadt, Biebesheim, Erzhausen, Stockstadt

Die Werte auf einen Blick

9

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

5

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Darmstadt nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: ENTEGA AG.

ParameterVersorgungsgebiet Darmstadt Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH19,0Mineralstoff
Calciummg/l101,8Mineralstoff
Magnesiummg/l17,6Mineralstoff
Kaliummg/l2,6Mineralstoff
Natriummg/l11,3200 6 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l1550 30 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,050,5 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l76,6250 31 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Hydrogencarbonatmg/l270Mineralstoff
Fluoridmg/l<0,11,5 unter Bestimmungsgrenze
pH-Wert7,56,5–9,5 im Bereich
Bleiµg/l<510 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,022 unter Bestimmungsgrenze
Nickelµg/l<220 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<210 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Versorgungsgebiet Darmstadt, Mittelwerte 2024 (Infoblatt Stand 2025); organische Spurenstoffe Untersuchungsergebnisse 2022/2023

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Wie viele Parameter die Untersuchung insgesamt umfasst, steht in keinem der beiden Dokumente — deshalb nennt diese Seite auch keine Gesamtzahl.

19,0 °dH sind Kalk — und Kalk ist nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 15 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Das Wasser kommt aus dem Hessischen Ried, aus Brunnen bei Eschollbrücken und Pfungstadt, aus bis zu 100 Metern Tiefe. Rund 100 Millionen Kubikmeter fördern die dortigen Anlagen im Jahr.

Das erklärt auch, warum es aufbereitet werden muss. Ried-Grundwasser führt Eisen und Mangan. In den Aufbereitungsanlagen wird es deshalb zuerst belüftet und läuft danach durch eine Filtration aus Quarzkies, Quarzsand und Anthrazit, die beide Metalle zurückhält. Eine Chlorung ist nicht erforderlich — die Beschaffenheit des Grundwassers gibt sie nicht her.

Wie hart ist das Wasser in Darmstadt?

ENTEGA selbst schreibt im Infoblatt „hart (3)“ — die 3 ist die alte Nummerierung, die auf vielen Waschmittelpackungen noch abgedruckt ist.

Interessanter als die Zahl ist ihre Zusammensetzung. Von den 19,0 °dH entfallen 12,1 auf die Karbonathärte, also auf den Anteil, der an Hydrogencarbonat gebunden ist und beim Erhitzen als Kalk ausfällt. Die 270 mg/l Hydrogencarbonat im Infoblatt passen dazu.

Der Widerspruch steckt in der Quelle selbst — auch die dort genannten 3,4 mmol/l passen nicht zu den 3,27 mmol/l, die sich aus Calcium und Magnesium ergeben. Für die Waschmitteldosierung ist der Unterschied ohne Belang, beide Zahlen liegen im selben Bereich.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Darmstadt auf Rang 45 — härter als 81 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Darmstadt · 19,0 °dH

Sulfat ist mit 31 % des Indikatorwerts der höchste Wert

ENTEGA veröffentlicht neben dem Infoblatt einen zweiten, deutlich ausführlicheren Bericht über organische Spurenstoffe aus den Untersuchungsjahren 2022 und 2023. Der listet über 500 organische Einzelstoffe auf: 20 PFAS, darunter PFOA und PFOS, jeweils unter 0,001 µg/l. Dazu rund 170 Pflanzenschutzmittel, darunter Glyphosat unter 0,05 µg/l und Atrazin unter 0,02 µg/l. Keiner dieser Stoffe war nachweisbar.

Nicht nachweisbar heißt: Es wurde gesucht, mit einem Verfahren, dessen Empfindlichkeit im Bericht steht, und nichts gefunden. Eine Summe über die 20 PFAS oder über die Pflanzenschutzmittel bildet der Bericht nicht — deshalb steht in unserer Tabelle auch keine. Eine Summe zu rechnen, die der Versorger nicht veröffentlicht, hieße eine Zahl auszuweisen, die wie eine Messung aussieht, ohne eine zu sein.

Drei Werte fehlen dagegen ganz: Chlorid, Leitfähigkeit und Uran weist das Infoblatt nicht aus.

Wer das Darmstädter Wasser liefert und prüft

Verantwortlich ist die ENTEGA AG, die dabei eng mit ihrem Partnerunternehmen Hessenwasser und den angeschlossenen Wasserwerken zusammenarbeitet. Hessenwasser übernimmt Gewinnung, Aufbereitung und Kontrolle.

Das Versorgungsgebiet reicht über die Stadtgrenze hinaus. Darmstadt hat nur eine Versorgungszone — anders als das benachbarte Rüsselsheim, wo die Härte zwischen den beiden Stadthälften um fast sieben Grad auseinandergeht. Was zwischen Brunnen und Hausanschluss passiert, haben wir dort beschrieben, wo Trinkwasser herkommt.

Passend zu diesen Werten

Weiterlesen

Was 19 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit des Wasserversorgers endet am Hausanschluss. Was dahinter passiert, liegt beim Eigentümer oder Vermieter, und darüber kann keine Analyse eines Wasserwerks Auskunft geben. Alte oder beschädigte Leitungen, selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht, Biofilme, gelöste Metalle aus Armaturen: All das entsteht hinter der Übergabestelle.

Beim Blei kommt in Darmstadt eine Besonderheit hinzu. Das Infoblatt gibt „kleiner 0,005 mg/l“ an, also unter 5 µg/l. Das ist die Bestimmungsgrenze des Verfahrens, kein Messwert. Der Grenzwert liegt heute bei 10 µg/l und sinkt am 11. Januar 2028 auf 5 µg/l. Die Analyse sagt also: Im abgegebenen Wasser ist Blei nicht nachweisbar. Über das, was zwischen Hausanschluss und Küchenhahn geschieht, sagt sie nichts — und dort entsteht Blei im Trinkwasser, wenn es entsteht.

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Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

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  • Schwer­metalle
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  • Bakterien & Keime
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  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Darmstadt bedenkenlos trinken?

Ja. Alle Grenzwerte und Indikatorwerte der Trinkwasserverordnung werden im Versorgungsgebiet Darmstadt eingehalten, und kein einziger Wert erreicht die Hälfte seines Grenzwerts. Am nächsten kommen Sulfat mit 76,6 von 250 mg/l und Nitrat mit 15 von 50 mg/l.

Der übliche Vorbehalt gilt in Darmstadt wie überall: Die Verantwortung der ENTEGA endet am Hausanschluss. Was danach kommt, liegt beim Eigentümer. Lassen Sie Wasser, das lange in der Leitung stand, kurz ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Darmstadt?

19,0 °dH, und damit hart. Der Härtebereich hart beginnt nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz bei 14,0 °dH. Für das gesamte Versorgungsgebiet gilt derselbe Wert, es gibt keine zweite Zone.

Auf Waschmittelpackungen entspricht das der Stufe 3. Getragen wird die Härte von 101,8 mg/l Calcium und 17,6 mg/l Magnesium. 12,1 der 19,0 Grad sind Karbonathärte, also der Anteil, der sich beim Erhitzen als Kalk absetzt.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Darmstadt trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Darmstädter Leitungswasser geeignet. Nitrat liegt bei 15 mg/l und damit deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l, Natrium bei 11,3 mg/l, Fluorid unter der Bestimmungsgrenze von 0,1 mg/l.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Besteht der Verdacht auf Bleileitungen im Haus, lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Woher kommt das Trinkwasser in Darmstadt?

Aus dem Hessischen Ried, nicht aus dem benachbarten Odenwald. Die Anlagen bei Eschollbrücken und Pfungstadt fördern jährlich rund 100 Millionen Kubikmeter Grundwasser aus bis zu 100 Metern Tiefe.

Weil dieses Grundwasser Eisen und Mangan führt, wird es belüftet und anschließend über Quarzkies, Quarzsand und Anthrazit filtriert. Eine Chlorung ist wegen der Beschaffenheit des Grundwassers nicht erforderlich. Zuständig für Gewinnung, Aufbereitung und Kontrolle ist Hessenwasser, das Partnerunternehmen der ENTEGA.

Ist das Wasser in allen Darmstädter Stadtteilen gleich?

Ja. Darmstadt hat genau ein Versorgungsgebiet, alle neun Stadtteile bekommen dasselbe Wasser mit denselben Werten. Eine Karte mit Zonengrenzen brauchen Sie hier nicht.

Das Gebiet reicht sogar über die Stadtgrenze hinaus: Riedstadt, Weiterstadt, Biebesheim, Erzhausen und Stockstadt hängen am selben Netz. Kleinere Unterschiede am Wasserhahn kommen deshalb nicht aus der Zone, sondern aus dem Leitungsnetz und der Hausinstallation. Wie lange das Wasser bis zu Ihrer Adresse unterwegs war und wie alt die Leitungen im Haus sind, macht mehr aus als der Stadtteil.

Schmeckt Darmstädter Leitungswasser nach Chlor?

Normalerweise nicht. Das Darmstädter Wasser wird nicht gechlort, weil die Beschaffenheit des Ried-Grundwassers eine Desinfektion nicht erfordert.

Wenn Sie trotzdem einen chlorartigen Geruch wahrnehmen, kommen zwei Erklärungen in Frage: eine vorübergehende Maßnahme des Versorgers nach einer Reparatur am Netz, oder eine Ursache in der Hausinstallation. Ob aktuell etwas anliegt, steht bei der ENTEGA und beim Gesundheitsamt, nicht auf dieser Seite. Ein verkalkter oder verkeimter Perlator an der Armatur ist die häufigste hausgemachte Ursache für einen fremden Geruch.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Darmstadt?

An den Entstördienst der ENTEGA AG unter 0800 701-8080. Die Nummer ist rund um die Uhr besetzt und deckt drei Bereiche ab: die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, Verstopfungen im Abwassernetz (Siele) und Störungen an Druckentwässerungsanlagen.

Für Fragen zur Wasserqualität an Ihrer eigenen Zapfstelle ist dagegen der Hauseigentümer oder Vermieter zuständig, nicht der Versorger. Dessen Zuständigkeit endet am Hausanschluss. Auch für die vorgeschriebene Untersuchung von Warmwasser-Großanlagen auf Legionellen ist der Eigentümer verantwortlich.